Berlin: Faustschlag gegen jungen Trans-Mann

Die Gewalttag fand an der Grenze zu Brandenburg statt

Polizei Berlin
Symbolbild

In Berlin hat es am Freitagnachmittag einen brutalen transfeindlichen Übergriff gegeben: Im Bezirk Steglitz-Zehlendorf attackierte ein Unbekannter einen 20 Jahre alten Transmann ohne Vorwarnung. Dieser wurde bei dem Angriff leicht verletzt, berichtet die Berliner Polizei.

Eine Frage, eine Antwort, ein Faustschlag

Die Tat ereignete sich gegen 16.45 Uhr an der Ecke der Straßen Königsweg und Am Waldhaus am Stadtrand im gutbürgerlichen Stadtteil Nikolaussee. Ein Unbekannter sprach den 20-Jährigen an und fragte ihn, ob er ein Mann sei. Als er das bejahte, schlug ihm der Unbekannte vollkommen überraschend mit der Faust ins Gesicht. Dann entfernte sich der Angreifer in Richtung Benschallee.

Bei dem Angriff erlitt der Transmann eine leichte Gesichtsverletzung, die zunächst nicht behandelt werden musste. Nähere Informatiuonen über den Angreifer gibt es nicht. Die Ermittlungen führt wie bei allen mutmaßlichen Hassverbrechen ein Fachkommissariat des Polizeilichen Staatsschutzes beim Landeskriminalamt Berlin.

Zahl der Angriffe ist im Vorjahr um 42 Prozent gestiegen

Dass so viele homo- und transfeindliche Vorfälle aus Berlin bekannt werden, hat einen Grund: Die Berliner Polizei macht als einzige Behörde im deutschen Sprachraum derartige Hassverbrechen gezielt öffentlich, deshalb wird häufiger als aus anderen Städten darüber berichtet.

Die Zahl der Angriffe auf schwule und geschlechtliche Minderheiten in Berlin ist im letzten Jahr stark angestiegen: Nach Angaben der Berliner Polizei wurden bis Ende September insgesamt 261 Beleidigungen, Bedrohungen und Angriffe gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 42 Prozent.

Polizei und Staatsanwaltschaft haben eigene Ansprechpartner

Die große Mehrheit der Opfer bilden nach anderen Statistiken schwule Männer, es folgen Transpersonen und seltener lesbische Frauen. Allerdings dürfte die Dunkelziffer – also die Zahl jener Taten, die nicht angezeigt werden – deutlich größer sein.

Wer Opfer von Hasskriminalität wird, kann auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben. Außerdem gibt es bei der Berliner Polizei zwei Ansprechpersonen für LSBTI. Sie sind unter der Telefonnummer +49/(0)30 /4664 979 444 erreichbar.