„Queer 4 You“: RBB bringt schwule Lebenshilfe ins Fernsehen

In drei Folgen wird dem deutschen Publikum Queerness nähergebracht

Queer 4 You
rbb/Stini Röhrs

Seit 27. Dezember ist der deutsche „Queer Eye“-Klon „Queer 4 You“ in der ARD-Mediathek zu sehen. Ab heute sind die vier Regenbogen-Lebensberater auch im linearen Fernsehen zu sehen – die nächsten drei Wochen lang ab 21.00 Uhr jeden Montag im RBB Fernsehen.

Das Makeover der „Fab Four“ endet nicht bei Äußerlichkeiten

Modejournalist Fabian Hart, Hair & Make-up Artist Christian Fitzenwanker, Einrichtungsspezialist Chris Glass und Lebenscoach Sven Rebel begleiten dabei Protagonisten aus dem Berliner Umland jeweils eine Woche lang und verpassen ihnen dabei ein Makeover, das nicht nur Äußerlichkeiten ändert.

In der ersten Folge der RBB-Adaption treffen die vier Männer auf die 50-jährige Bea, die Mutter von drei erwachsenen Kindern ist. Sie wohnt zusammen mit Katze Lotti in einer Dreizimmerwohnung im Berliner Stadtteil Pankow. Ihren Job als Krankenschwester musste sie aus Krankheitsgründen aufgeben.

Die Erkrankung stammte aus ihrer bewegenden Vergangenheit: Ihr Ex‑Mann und Vater ihrer Kinder war alkoholkrank und ist Beate gegenüber oft handgreiflich geworden. Vor 14 Jahren ließ sie sich deshalb von ihm scheiden. Nun braucht sie Hilfe, um ihr Leben wieder in die Hand nehmen zu können.

Probleme im Liebesleben sind genauso ein Thema wie geplatzte Träume

Eine Woche später hilft das RBB-Quartett einem Ehepaar in Berlin-Friedrichshain, das mit zwei Kindern in einer kleinen Wohnung lebt. Nach 16 Jahren Ehe haben die beiden Probleme mit ihrem Liebesleben.

Die dritte und vorerst letzte Folge handelt von Lea, einer jungen Mutter. Sie zieht nach einer ungeplanten Schwangerschaft ihren zweijährigen Sohn Néo in Berlin-Pankow alleine groß – und bedauert, dabei ihre Träume aus den Augen verloren zu haben.

„Queer 4 You“ ist kein offizieller Ableger von „Queer Eye“

Das erinnert sehr an die Netflix-Serie „Queer Eye“, ist aber keine offizielle Adaption des Formats. Von diesem sind bereits vier Staffeln auf der Streamingplattform verfügbar. Die erste erschien im Februar 2018.

Die Idee zum Format ist aber schon älter: Bereits zwischen 2003 und 2007 lief das Format unter dem Titel „Queer Eye for the Straight Guy“ beim US-Sender Bravo. Damals wurde die Sendung sogar mit einem Emmy ausgezeichnet.

Ein erster Versuch, das Format ins deutschsprachige Fernsehen zu bringen, ist 2003 gescheitert

Inhaltlich geht es heute wie damals um fünf schwule Männer, die  „Fab Five“, die anderen Menschen in Sachen Mode, Ernährung, Körperpflege und Inneneinrichtung helfen. Darüber hinaus geht es auch immer um andere Probleme sowie das seelische Wohlbefinden der Teilnehmer.

Ein erster Versuch, das Format ins deutschsprachige Fernsehen zu bringen, scheiterte übrigens: Im Jahr 2003 produzierte RTLzwei die sechsteilige Reihe „Schwul macht cool“ – die nach verheerenden Quoten und Kritiken aber nach einer Staffel eingestellt wurde.