Teenager in Berlin schwulenfeindlich beleidigt und mit Gürtel angegriffen

Über die Hintergründe dieser verstörenden Tat ist nichts bekannt.

Polizei Berlin
Symbolbild

Mitten in Berlin soll ein 16-Jähriger am Samstagabend einen 15-Jährigen zunächst schwulenfeindlich beleidigt haben, um dann auch noch handgreiflich zu werden. Der Angreifer konnte von der Polizei gestellt werden, er bestreitet die Vorwürfe.

In der Nähe des Bahhofs Zoo wurde der junge Mann zunächst beleidigt

Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der Berliner Polizei gegen 19.00 Uhr in der Hardenbergstraße, nahe des Bahnhof Zoo. Mehrere Jugendliche baten Streifenpolizisten um Hilfe, weil ein 16-Jähriger auf die Gruppe zugekommen sei und ausfallend geworden sein soll.

Zunächst beleidigte der 16-Jährige einen 15 Jahre alten Burschen aus der Gruppe schwulenfeindlich, dann versuchte er, ihn mit seinem Gürtel zu schlagen. Dabei traf er ihn allerdings nicht. Die Polizisten konnten kurz darauf den 16-Jährigen stellen. Er bestritt alle Vorwürfe.

Herbeigerufene Polizisten konnten den Angreifer stellen und nahmen Anzeigen auf

Die Polizisten nahmen Strafanzeigen wegen Beleidigung und versuchter gefährlicher Körperverletzung auf. Außerdem nahmen sie die Personalien aller Beteiligten auf. Nähere Informationen zum Angreifer gibt es nicht.

Dass so viele homo- und transfeindliche Vorfälle aus Berlin bekannt werden, hat einen Grund: Die Berliner Polizei macht als einzige Behörde im deutschen Sprachraum derartige Hassverbrechen gezielt öffentlich, deshalb wird häufiger als aus anderen Städten darüber berichtet.

Im letzten Jahr ist die Zahl der Angriffe auf LGBTI-Personen in Berlin stark angestiegen

Die Zahl der Angriffe auf schwule und geschlechtliche Minderheiten in Berlin ist im letzten Jahr stark angestiegen: Nach Angaben der Berliner Polizei wurden bis Ende September insgesamt 261 Beleidigungen, Bedrohungen und Angriffe gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 42 Prozent.

Die Tatorte liegen vorwiegend in den Bezirken Mitte, Tempelhof-Schöneberg, Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln. Die Aufklärungsquote der angezeigten Taten liegt nach derzeitigem Stand bei 38 Prozent, im Jahr 2018 waren es 47 Prozent.

Die große Mehrheit der Opfer bilden nach anderen Statistiken schwule Männer, es folgen Transsexuelle und seltener lesbische Frauen. Allerdings dürfte die Dunkelziffer – also die Zahl jener Taten, die nicht angezeigt werden – deutlich größer sein.