Sogar für die AfD zu extrem: Partei schmeißt Kay Nerstheimer raus

Kay Nerstheimer
AfD Lichtenberg

Die Berliner AfD hat mit Kay Nerstheimer einen seiner homophobsten Vertreter aus der Partei ausgeschlossen. Das hat der Berliner AfD-Sprecher Ronald Gläser am Dienstag der Berliner Zeitung bestätigt. Wegen seiner kontroversen Äußerungen war Nerstheimer, der bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus auf der AfD-Liste ein Direktmandat erreicht hat, nicht Mitglied der AfD-Fraktion.

Viele seiner Ansichten waren auch der AfD zu extrem

So sorgte Nerstheimer unter anderem für Schlagzeilen, als er in Facebook-Kommentaren Schwule und Lesben als „genetisch degeneriert“, „widernatürlich“, „unnormal“ oder als Fehler der Natur bezeichnet hatte. Kinder müssten „vor so etwas“ geschützt werden, so der AfD-Politiker weiter.

Den früheren Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit bezeichnete Nerstheimer als „zurückgetretene Partyprinzessin“. Über den Grünen-Politiker Volker Beck schrieb er: „Es ist kein Verdienst, diesen Gendefekt zu besitzen und es ist auch kein Privileg, das für irgendwelche Tätigkeiten befähigt …“

Aufgrund dieser Äußerungen wurde Nerstheimer wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von 7.000 Euro verurteilt, die nach einer Berufung auf 5.000 Euro reduziert wurde.

Flüchtlinge bezeichnete er als „Gewürm“, ein Nazi-Massaker war aber „rechtmäßig“

Doch auch durch fremdenfeindliche Aussagen hat der Politiker von sich Reden gemacht: Syrische Flüchtlinge waren für Nerstheimer „einfach widerliches Gewürm“, dunkelhäutige Menschen „Bimbos“. Asylbewerber erklärte er zu „Parasiten, die sich von den Lebenssäften des deutschen Volkes ernähren“.

Gegenüber den Gräueln des Dritten Reichs war Nerstheimer deutlich nachsichtiger: Die Erschießung von 335 Zivilisten, darunter 75 Juden, im Zweiten Weltkrieg durch SS-Hauptsturmführer Erich Priebke in den Ardeatinischen Höhlen nahe Rom, nannte das ehemalige AfD-Mitglied „rechtmäßig“.

Doch auch sonst war die Beziehung zwischen dem Abgeordneten und dem Gesetz nicht immer friktionsfrei. So ist der 56-Jährige wegen gefährlicher Körperverletzung, Betrugs, Fahrerflucht, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Verletzung der Unterhaltspflicht mittlerweile sechsfach vorbestraft.

Über die Hintergründe des Rauswurfs gab es keine genaueren Informationen. Die Gründe für den Ausschluss des 56-Jährigen seien vielfältig, so Gläser. Mit dem Schritt sei nun für die Partei die Sache „erledigt“.