AfD schickt Trans-Frau ins Bürgermeisterrennen

In einer Gemeinde an der Grenze zu Österreich soll eine Trans-Aktivistin Stimmen für die Rechten holen

Sybill Constance de Buer
Das gute Portrait/Sybill Constance de Buer

Am 15. März werden in den bayerischen Gemeinden neue Bürgermeisterinnen und Bürgermeister gewählt. In Burghausen an der Grenze zu Österreich hat die rechtspopulistische „Alternative für Deutschland“ (AfD) eine besondere Kandidatin aufgestellt: Die transsexuelle Aktivistin Sybill Constance de Buer.

Erst im Dezember war de Buer nach Burghausen gezogen

Medienberichten zufolge hatte die 59-Jährige erst im Dezember ihren Hauptwohnsitz nach Oberbayern verlegt. Grund dafür waren private Kontakte, die sie in Burghausen hatte. Zuvor lebte die gebürtige Saarländerin in Bremen und war auch dort für die AfD aktiv.

Die gelernte Köchin holt derzeit in Bremen ihr Abitur nach, um dann in Bayern Rechtswissenschaften studieren zu können. Für den Wechsel ihres Wohnortes waren „zahlreiche Anfeindungen und Gewalttaten“ verantwortlich, denen Sybill Constance de Buer eigenen Angaben zufolge in Norddeutschland ausgesetzt war.

In Bremen war sie als rechtsgerichtete Trans-Aktivistin bekannt

Nach ihrer Geschlechtsangleichung im Jahr 2019 hat sich de Buer zunächst als Trans-Aktivistin einen Namen gemacht – unter anderem, weil sie in Bremen öffentlich dafür gekämpft hatte, auch amtlich als Frau anerkannt zu werden. In der Hansestadt hat sie sich den Ruf erarbeitet, Fälle gerne vom Gericht klären zu lassen.

Doch bald glitt de Buer in die rechtsextreme und verschwörungsideologische Szene ab. So hat sie unter anderem im Juli 2018 einen „Frauenmarsch“ auf dem Bremer Marktplatz organisiert. Dahinter verbarg sich aber eine rassistische Veranstaltung, die Stimmung gegen Flüchtlinge machen sollte. Ein Teilnehmer soll bei der Veranstaltung sogar den Hitlergruß gezeigt haben.

Für de Buer ist die AfD „nicht transphob oder homophob“

Und trotz vieler anderslautender Taten verteidigt Sybill Constance de Buer ihre Partei. „Die AfD ist nicht transphob oder homophob. Auch ich wurde von der AfD in Bayern toll aufgenommen“, sagt sie der regionalen Nachrichtenwebseite innsalzach24.de.

Ihre politischen Aktivitäten wolle sie von ihrer Geschlechteridentität trennen – auch, wenn sie mit ihren Ansichten auf Parteilinie ist: Dem Portal gegenüber betonte sie den Standpunkt, dass es nur zwei Geschlechter gebe, „nicht drei oder was weiß ich wie viele“.

Sonst hält sich die Neo-Burghausenerin mit politischen Aussagen zurück: Sie sei für den Erhalt des Krankenhauses in der 18.000-Einwohner-Stadt sowie für den Ausbau der Eisenbahnstrecken in der Region. „In den kommenden Wochen werden wir unser AfD-Programm für Burghausen aber noch weiter ausarbeiten“, so die 58-Jährige etwas kryptisch.