Home Gesundheit HIV/Aids HIV-Impfung wirkte nicht: Studie in Südafrika abgebrochen

HIV-Impfung wirkte nicht: Studie in Südafrika abgebrochen

Sollte ursprünglich noch bis Sommer 2022 verlängert werden

Symbolbild - Fotolia/andreysafonov

Seit 2016 sollte durch eine groß angelegte Studie in Südafrika geprüft werden, wie wirksam ein Impfstoff gegen HIV sein könnte. Nun haben die Behörden die Studie vorzeitig gestoppt. Denn: „Es gibt überhaupt keinen Hinweis auf die Wirksamkeit des Impfstoffes”, so Glenda Gray, die Präsidentin des südafrikanischen Medical Research Council (MRC).

Die Zahl der HIV-Infektionen war bei Geimpften praktisch gleich hoch wie bei der Kontrollgruppe

An der Studie hatten mehr als 5.000 Freiwillige teilgenommen, von denen die Hälfte den Wirkstoff injiziert bekamen, die andere Hälfte ein Placebo. Getestet wurde die veränderte Version eines Impfstoffs, der bei einer früheren klinischen Studie in Thailand vielversprechende Ergebnisse hervorgebracht hatte.

Allerdings: Die Wissenschaftler, die die Studie begleiteten, konnten bei der Auswertung der Daten keinen Nutzen durch die Impfung feststellen. In beiden Studiengruppen, der mit dem Impfstoff und der mit dem Placebo, infizierten sich annähernd gleich viele Menschen mit HIV. „In der geimpften Gruppe waren es 129, in der Placebo-Gruppe 123“, erklärte Gray.

Nun ruht die Hoffnung auf weiteren Impfstoffen

Unter diesen Umständen sei es sinnlos, die Studie fortzusetzen, so die MRC-Präsidentin. Die Studie, die bis Sommer 2022 dauern sollte, wurde daraufhin abgebrochen. Grey sagte, dass sie vom Abbruch „sehr enttäuscht“ sei. Allerdings lebt die Hoffnung auf einen Impfstoff gegen HIV weiter. „Es gibt derzeit mehr Produkte in Phase-1-Studien, als wir für lange Zeit hatten“, erklärt der Aids-Experte Mitchell Warren, Direktor der HIV-Präventionsgruppe AVAC.

Denn ein Impfstoff sei im Kampf gegen HIV unerlässlich, betonte in diesem Zusammenhang auch Anthony S. Fauci, Direktor des US-amerikanischen Instituts für Allergien und ansteckende Krankheiten, NIAID. Das NIAID hat die Studie gemeinsam mit der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung mit 104 Millionen US-Dollar finanziert.

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