Neue Anklage für Jussie Smollett

Hat der Schauspieler die Polizei angelogen?

Jussie Smollett
Jussie Smollett/Instagram

Dem US-amerikanischen Schauspieler Jussie Smollett, der durch seine Rolle in der TV-Serie „Empire“ bekannt wurde, droht ein neues Gerichtsverfahren. Der 37-Jährige, der im Jänner 2019 einen rassistischen und schwulenfeindlichen Angriff auf sich vorgetäuscht haben soll, muss sich wegen Verstößen gegen die öffentliche Ordnung vor Gericht verantworten.

Nun muss sich der 37-Jährige unter anderem wegen Falschaussagen bei der Polizei verantworten

Ein großes Geschworenengericht seiner Heimatstadt Chicago habe ihn wegen dieses Vergehend angeklagt, erklärte Sonderstaatsanwalt Dan Webb vom Bezirk Cook County am Dienstag. Smollett muss deshalb am 24. Februar vor Gericht erscheinen. Ihm werden sechs Vorwürfe „ordnungswidrigen Verhaltens“ vorgeworfen, darunter Falschaussagen bei der Polizei.

Smollett kam letzten Jänner in die Schlagzeilen, als er in der Nähe seiner Wohnung nachts von zwei Männern in Schimasken überfallen und gedemütigt wurde. Die Männer hätten ihn rassistisch und schwulenfeindlich beleidigt, verprügelt, ihm einen Strick um den Hals gelegt und ihn mit einer Flüssigkeit übergossen.

Der Schauspieler soll einen Angriff auf sich vorgetäuscht haben

Der Fall sorgte für große Aufregung und eine Welle der Solidarität mit Smollett. Doch wie sich später herausstellte, soll der Schauspieler diese Männer bezahlt haben, um die Attacke gegen ihn vorzutäuschen. Der 37-Jährige wollte damit seine Karriere vorantreiben. Er selbst hat immer seine Unschuld beteuert.

Eine erste Anklage gegen den Schauspieler war letzten März fallengelassen worden. Die Staatsanwaltschaft verwies darauf, dass ein solches Verhalten bei geringfügigen Vergehen durchaus üblich sei. Smollett musste zwei Tage gemeinnützige Arbeit leisten, aber seine Schuld nicht eingestehen.

Die Stadt Chicago, die in die Aufklärung des Falls viel Zeit und Geld investiert hatte, reagierte empört. Sie reichte letztes Jahr eine Zivilklage gegen Smollett ein, um die Kosten für die Ermittlungen in der Höhe von 130.000 Dollar, umgerechnet 119.000 Euro, wieder zurückzubekommen.