Wieder Angriff auf Trans-Frau in Berlin

In Kreuzberg hat ein Unbekannter der Frau gegen den Kopf geschlagen

Polizei Berlin
Symbolbild

Erneut hat es in Berlin einen Angriff auf eine Trans-Person gegeben – insgesamt der sechste, der in diesem Monat gemeldet wurde. Das meldete die Polizei am Sonntag.

Beleidigt, bespuckt und auf den Kopf geschlagen

Der Vorfall ereignete sich am Samstag gegen 21.00 Uhr am Mehringplatz in Kreuzberg. Bisherigen Informationen zufolge soll eine Trans-Frau von einem unbekannten Mann zunächst beleidigt und dann bespuckt worden sein. Im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung soll der Unbekannte der Frau auch gegen den Kopf geschlagen haben.

Ein Zeuge, der dazwischen ging, konnte den Übergriff beenden. Daraufhin flüchtete der Angreifer, er konnte unerkannt entkommen. Die Trans-Frau erlitt bei dem Angriff keine körperlichen Verletzungen. Nähere Angaben zum Angreifer gibt es nicht. Wie bei sämtlichen möglichen Hass-Delikten hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die Ermittlungen übernommen.

Sechs Straftaten gegen Trans-Personen in einem Monat

Der Übergriff ist bereits die sechste transfeindliche Straftat, die im Februar in Berlin öffentlich wurde. Zuletzt wurde eine Trans-Frau mitten im Berliner Regenbogenkiez mit Reizgas besprüht, weil sie die Annäherungsversuche zweier Männer nicht erwiderte.

Ebenfalls in Schöneberg wurde letzten Donnerstag ein 44 Jahre alter Trans-Mann von einer Gruppe Jugendlicher beleidigt. Er war gegen 17.30 Uhr auf dem Weg zur Arbeit, als ihm an der Kreuzung Bülowstraße/Steinmetzstraße eine Gruppe von fünf bis sechs Jugendlichen folgte.

Zahl der Angriffe auf Trans-Personen in Berlin hat sich in den letzten Tagen gehäuft

Dem Polizeibericht zufolge traten die Jugendlichen sehr aggressiv auf und versuchten, den Mann zu verunsichern, in dem sie ihn laut anschrien und mehrfach wegen seiner sexuellen Identität beleidigten. An der Kreuzung Steinmetzstraße/Alvenslebenstraße hörten sie schließlich auf, den Mann zu terrorisieren und gingen in eine andere Richtung weiter.

In Neukölln wurde ebenfalls am letzten Donnerstag der Balkon einer 64-jährigen Trans-Frau mehrere Male mit Eiern beworfen. Diesem Vorfall gingen mehrere ähnliche Ereignisse voraus: Unter anderem wurden der Frau zwei Tage zuvor Pfandflaschen auf den Balkon geworfen. Eine Gruppe Jugendlicher soll die Frau auch in diesem Zusammenhang homophob beleidigt haben. Die 64-Jährige hat alle Vorfälle angezeigt.

Auch in der Berliner U-Bahn gab es letzte Woche einen Vorfall

Letzten Sonntag haben zwei Jugendliche eine 51-jährige Trans-Frau in der U-Bahn beleidigt, angespuckt und mit Reizgas besprüht. Außerdem drohten sie der Frau, ihre Haare mit einem Feuerzeug anzuzünden. Nun wird gegen die beiden jungen Männer wegen Gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung mit homophobem Hintergrund ermittelt. Dazu wurden auch Videoaufnahmen aus der U-Bahn gesichert.

Wer Opfer von Hasskriminalität wird, kann auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben. Außerdem gibt es bei der Berliner Polizei zwei Ansprechpersonen für LSBTI. Sie sind unter der Telefonnummer +49/(0)30/4664-979 444 erreichbar.