Fake-Überfall: Jussie Smollett bekennt sich nicht schuldig

Weil er der Polizei falsche Angaben gemacht haben soll, musste der 37-Jährige vor Gericht

Jussie Smollett
Jussie Smollett/Instagram

In Chicago hat US-Schauspieler Jussie Smollett die Vorwürfe, er habe einen Angriff auf sich selbst, erneut zurückgewiesen. Der offen schwule Schauspieler musste sich am Montag in einem neuen Verfahren vor Gericht verantworten und plädierte auf nicht schuldig.

Er soll der Polizei falsche Angaben über einen selbst inszenierten Angriff auf sich gegeben haben

Dem 37-Jährigen, der durch seine Rolle in der Serie „Empire“ bekannt wurde, wird ordnungswidriges Verhalten in sechs Anklagepunkten zur Last gelegt. Er soll der Polizei falsche Angaben über diesen mutmaßlich selbst inszenierten Angriff gemacht haben.

Smollett kam letzten Jänner in die Schlagzeilen, als er in der Nähe seiner Wohnung nachts von zwei Männern mit Schimasken überfallen und gedemütigt wurde. Die Männer hätten ihn rassistisch und schwulenfeindlich beleidigt, verprügelt, ihm einen Strick um den Hals gelegt und ihn mit einer Flüssigkeit übergossen, hieß es damals.

Dabei hätten sie geschrien, Chicago sei „MAGA-Land“ – in Anspielung auf „Make America Great Again“, den Wahlkampfslogan von US-Präsident Donald Trump. Der Fall sorgte für große Aufregung und eine Welle der Solidarität mit Smollett.

War der Anschlag geplant, um die Karriere des Schauspielers voranzutreiben?

Doch die Polizei ging im Laufe der Ermittlungen schließlich davon aus, dass der Schauspieler die beiden Männer bezahlt hätte, um die Attacke gegen ihn vorzutäuschen. Der 37-Jährige wollte damit seine Karriere vorantreiben. Er selbst hat immer seine Unschuld beteuert.

Eine erste Anklage gegen den Schauspieler war letzten März überraschend fallengelassen worden. Die Staatsanwaltschaft verwies darauf, dass ein solches Verhalten bei geringfügigen Vergehen durchaus üblich sei. Smollett musste zwei Tage gemeinnützige Arbeit leisten, aber seine Schuld nicht eingestehen.

Die Stadt Chicago will Geld, dass sie für die Ermittlungen ausgegeben hatte, zurück

Die Stadt Chicago, die in die Aufklärung des Falls viel Zeit und Geld investiert hatte, reagierte empört. Sie reichte letztes Jahr eine Zivilklage gegen Smollett ein, um die Kosten für die Ermittlungen in der Höhe von 130.000 Dollar, umgerechnet 119.000 Euro, wieder zurückzubekommen.

Schließlich wurde ein Sonderstaatsanwalt damit beauftragt, sich erneut des Falles anzunehmen. Eine Grand Jury erhob dann vor zwei Wochen die erneute Anklage gegen Jussie Smollett. Es gilt die Unschuldsvermutung.