HOSI Salzburg feiert ihren 40. Geburtstag

Salzburg
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Für die HOSI Salzburg ist 2020 ein besonderes Jahr: Die Salzburger Bürger- und Menschenrechtsorganisation feiert ihren 40. Geburtstag. Ein Grund zum Feiern – aber auch ein Anlass, sich daran zu erinnern, dass die seitdem erkämpften Rechte keine Selbstverständlichkeit sind.

Als die HOSI Salzburg 1980 gegründet wurde, waren Homosexuellenvereine noch verboten

„Die HOSI Salzburg wurde 1980 in einer Zeit gegründet, als es noch ein Vereinsverbot gab“, erinnert HOSI-Salzburg-Obmann Josef Lindner. Denn noch bis 1. März 1997 existierte mit Paragraph 221 StGB das Verbot für „Verbindungen zur Begünstigung gleichgeschlechtlicher Unzucht“. Deshalb nannten sich viele Lesben- und Schwulenvereinigungen dieser Zeit auch aus taktischer Vorsicht „Initiative“ statt „Verein“.

Dass sie ihre Arbeit trotzdem aufnehmen konnte, ist einer typisch österreichischen Lösung zu verdanken: Denn der Untersagungsbescheid der Salzburger Vereinsbehörde wurde erst zugestellt, als die sechswöchige Frist nach der Anmeldung bereits abgelaufen war. Somit war er ungültig. Damit wurde einerseits dem Gesetz Genüge getan, andererseits konnte die HOSI Salzburg mit ihrer bis heute wichtigen Arbeit beginnen.

Seit damals hat sich viel getan – aber die erkämpften Rechte sind nicht selbstverständlich

Seitdem hat sich viel geändert: „Von einem Diskriminierungsschutz in der Arbeitswelt, einer ‚Ehe für alle‘ oder einem dritten Personenstand waren wir damals noch weit entfernt. Umso stolzer können wir auf die Errungenschaften der letzten Jahrzehnte sein. Gleichzeitig dürfen wir die erkämpften Rechte nicht als selbstverständlich betrachten“, so Lindner.

Denn der Roll-Back auch in Sachen LGBTI-Politik sei Realität, ergänzt Anton Cornelia Wittmann von der Geschäftsführung der HOSI Salzburg. Auch seien noch zahlreiche Forderungen der Community offen: „Denken wir nur an die Ausweitung des Diskriminierungsschutzes aufgrund der sexuellen Orientierung, LGBTIQ*-inklusive Bildungspolitik oder dem selbstbestimmten Zugang zu Vornamens- und Personenstandsänderung inklusive der Anerkennung nichtbinärer Geschlechtsidentitäten ohne Diagnosen. Unerlässlich ist auch der körperliche Schutz von intergeschlechtlichen Menschen.“

Trotzdem feiert die HOSI Salzburg das Jubiläum und damit das bis jetzt Erreichte mit einer langen Reihe an Veranstaltungen. Den Start macht die „Lange Nacht der Vielfalt“ am Samstag, dem 9. Mai mit Gastgeberin und Drag Queen Gigi La Pajette. Im Juni folgt das Pride Weekend mit dem Protestmarsch „CSD Salzburg“ am 6. Juni  sowie das Pride Boat am 20. Juni. Weitere Veranstaltungen sind noch in Planung – man darf sich also überraschen lassen.