„Knackarsch und Schnitzelgesicht“: Keszler entschuldigt sich

Er wollte beim ÖVP-Parteitag „lediglich eine mir dargebotene ausgetreckte Hand ergreifen“

Gery Keszler
Manfred Werner/Wikimedia - CC BY-SA 3.0

In den letzten Tagen hat Life-Ball-Gründer Gery Keszler mehrere Male für Irritationen gesorgt: Zunächst durch seine Abrechnung mit der SPÖ Wien über Facebook und einen Tag später über seinen Auftritt beim Landesparteitag der ÖVP Wien. Kritik daran konterte er unter anderem mit der Aussage, dass er „Blümel bei seinem Knackarsch lieber hab, als Ludwig bei seinen verschlagenen Schnitzelgesicht“. Nun entschuldigt sich Keszler für die Formulierungen und erklärt die Ereignisse der letzten Tagen aus seiner Perspektive.

Keszler möchte sich nicht vom gesamten Posting distanzieren, erklärt aber seine Motive

„Spätestens seit Donald Trump wissen wir, dass Twitter, die in der Nacht geschrieben wurden, bei Tageslicht ihre Gültigkeit verloren haben und sogar noch ins Gegenteil gerutscht sind. Nun, mit Postings in Facebook um 2 Uhr früh, kann das durchaus auch passieren“, beginnt Keszler einen langen Eintrag auf seinem Facebook-Profil.

ENDLICH AM LAND ALLEINE UND ZEIT ZUM KOPF-AUSLÜFTEN!Spätestens seit Donald Trump wissen wir, dass Twitter, die in der…

Gepostet von Gery Keszler am Montag, 2. März 2020

Der 56-Jährige betont, dass er sich nicht vom gesamten Text seines nächtlichen Postings distanziere, „aber ich möchte mich für die unqualifizierten und beleidigenden Sätze bei Michael Ludwig und Gernot Blümel entschuldigen“. Diese seien eine „meine durchaus falsche Reaktion auf die sehr verletzenden Anwürfe der fundamentalistischen Hardliner aus der Homosexuellen-Community“ gewesen, die „nur glücklich sind, wenn sie in der Opferrolle sein dürfen und deshalb auch keineswegs Veränderung wünschen“.

Für den Obmann der HOSI Wien zeigt Keszler Verständnis

Zur Kritik von HOSI-Wien-Obmann Moritz Yvon, sein Auftritt beim Landesparteitag der ÖVP Wien diente nur der „Selbstinszenierung auf Kosten von LGBTIQ-Personen“, meinte Keszler, er könne diese Interpretation verstehen. Der 56-Jährige betont, er wollte „lediglich eine mir dargebotene ausgestreckte Hand ergreifen“, weil er schon immer „als Erster versuchte eine Brücke in unserer Gesellschaft für ein besseres Miteinander zu bauen.“

Keszler schreibt auch, er hätte in seiner Rede auf dem ÖVP-Landesparteitag angesprochen, dass die Wiener Volkspartei am Vortag im Rathaus gegen eine Resolution für vollen Schutz vor Diskriminierung gestimmt hat – wenn er es gewusst hätte. Allerdings ist es nicht das erste Mal, dass die Wiener ÖVP im Rathaus gegen die Interessen der Community stimmt – was Keszler durchaus wissen hätte können.

Denn wie der ehemalige HOSI-Wien-Generalsekretär Kurt Krickler in seinem Blog Homo Politicus erinnert, beendete die Landtagsfraktion im Jänner 2016 die „bis dahin gängige ÖVP-Praxis, im Wiener Gemeinderat für die jährliche Basisförderung von € 21.000,– an die HOSI Wien zu stimmen“. Außerdem sei die Wiener ÖVP „auch jene Partei, die 2018 im Gemeinderat gegen die Finanzierung der EuroPride Vienna gestimmt hat“, ergänzt Yvon.