Trans-Frau in Berlin mit Metallrohr angegriffen

Der mutmaßliche Angreifer konnte von der Polizei gefasst werden

Polizei Berlin
Symbolbild

Erneut wurde in Berlin eine Trans-Frau zum Opfer eines Hassverbrechens: Wie die Berliner Polizei meldet, hat ein 36 Jahre alter Mann an einer Bushaltestelle im Bezirk Reinickendorf die Frau mit einem Metallrohr attackiert und verletzt. Die Zahl der bekannt gewordenen Angriffe auf Transpersonen in Berlin ist in den letzten Wochen stark gestiegen.

Der Mann soll die 40-Jährige schon in der Vergangenheit bedroht haben

Derzeitigen Erkenntnissen zufolge soll der Mann die 40-jährige Transfrau flüchtig kennen und auch schon in der Vergangenheit bedroht und beschimpft haben. Diesmal soll der mutmaßliche Täter die Frau zunächst in der Provinzstraße angegriffen und dann mit dem Metallrohr geschlagen haben. Die Frau flüchtete in ein nahegelegenes Lokal, um sich in Sicherheit zu bringen – doch der 36-Jährige verfolgte sie weiter. Gäste konnten allerdings verhindern, dass der Mann sein Opfer weiter angreifen konnte.

Die 40-Jährige erlitt bei dem Angriff leichte Verletzungen, die zunächst nicht ärztlich behandelt werden mussten. In der Nähe des Tatorts konnte die alarmierte Polizei schließlich den mutmaßlichen Täter, für den die Unschuldsvermutung gilt, festnehmen. Auch das Metallrohr konnte beschlagnahmt werden. Es wird von einem transphoben Hintergrund ausgegangen. Wie bei allen möglichen Hassverbrechen hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die Ermittlungen übernommen.

Mindestens sechs Angriffe auf Trans-Personen in Berlin in den letzten Wochen

In den letzten Wochen wurde eine verhältnismäßig hohe Zahl an Angriffen auf Trans-Personen in Berlin bekannt. Zuletzt wurde Ende Februar eine Trans-Frau am Mehringdamm eine Trans-Frau von einem Unbekannten zunächst beleidigt und dann bespuckt, im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung soll der Unbekannte der Frau auch gegen den Kopf geschlagen haben.

Wenige Tage zuvor wurde eine Trans-Frau mitten im Berliner Regenbogenkiez mit Reizgas besprüht, weil sie die Annäherungsversuche zweier Männer nicht erwiderte. Ebenfalls in Schöneberg wurde ein 44 Jahre alter Trans-Mann von einer Gruppe Jugendlicher beleidigt Sie traten sehr aggressiv auf, bedrängten den Mann und beleidigten ihn mehrfach wegen seiner sexuellen Identität.

Oft bleibt es nur bei den Anzeigen

In Neukölln wurde ebenfalls im Februar der Balkon einer 64-jährigen Trans-Frau mehrere Male mit Eiern beworfen. Wenige Tage zuvor wurden der Frau Pfandflaschen auf den Balkon geworfen. Eine Gruppe Jugendlicher soll die Frau auch in diesem Zusammenhang homophob beleidigt haben. Die 64-Jährige hat alle Vorfälle angezeigt.

Anfang Februar haben zwei Jugendliche eine 51-jährige Trans-Frau in der U-Bahn beleidigt, angespuckt und mit Reizgas besprüht. Außerdem drohten sie der Frau, ihre Haare mit einem Feuerzeug anzuzünden. Nun wird gegen die beiden jungen Männer wegen Gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung mit homophobem Hintergrund ermittelt.

Die Polizei macht Angriffe auf sexuelle Minderheiten öffentlich

Die Berliner Polizei macht Angriffe auf sexuelle Minderheiten in ihren Berichten proaktiv öffentlich. Deshalb kann der Eindruck entstehen, dass diese in der deutschen Hauptstadt verhältnismäßig öfter entstehen. Wer Opfer von Hasskriminalität wird, kann auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben. Außerdem gibt es bei der Berliner Polizei zwei Ansprechpersonen für LSBTI. Sie sind unter der Telefonnummer +49/(0)30/4664-979 444 erreichbar.

Durch die eigenen Ansprechpersonen soll Homo- und Transsexuellen, die der Polizei oft kritisch gegenüberstehen, das Anzeigen von LGBTI-feindlichen Taten leichter gemacht werden.