Nach Selbstmordversuch: Chelsea Manning freigelassen

Beugehaft sei nicht mehr notwendig, meint der verantwortliche Richter

Chelsea Manning
Chelsea Manning/Twitter

In den USA hat ein Bundesgericht die sofortige Freilassung der früheren Wikileaks-Informantin Chelsea Manning verfügt. Die 32-Jährige war in Beugehaft und hat dort versucht, sich das Leben zu nehmen.

Manning wurde inhaftiert, weil sie nicht gegen Julian Assange aussagen wollte

Am Mittwoch hatten Mannings Anwälte die Öffentlichkeit über den Selbstmordversuch informiert. Sie wurde in ein Krankenhaus gebracht, um sich zu erholen. Die Anwälte betonten, ihre Mandantin werde „ihre Prinzipien nicht verraten“.

Manning sitzt seit Mai 2019 in Beugehaft, weil sie sich geweigert hat, gegen Julian Assange, den Gründer von Wikileaks, auszusagen. In der aktuellen Anordnung von Richter Anthony Trenga in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia heißt es, Mannings Aussage vor dem Geschworenengericht sei nicht länger notwendig. Deshalb entfalle auch der Grund für die Beugehaft.

Barack Obama hat sie vorzeitig aus der Haft entlassen

Manning, die vor ihrer geschlechtsangleichenden Operation als Soldat diente, hatte Wikileaks im Jahr 2010 Hunderttausende geheime Militärdokumente zukommen lassen. In ihnen ging es um die US-Militäreinsätze und Kriegsverbrechen im Irak und in Afghanistan.

Sie wurde deshalb im Jahr 2013 wegen Geheimnisverrats von einem Militärgericht zu 35 Jahren Haft verurteilt. In dieser Zeit soll sie zwei Suizidversuche unternommen haben. Im Jahr 2017 hatte der damalige US-Präsident Barack Obama kurz vor seinem Amtsende ihre sofortige Freilassung angekündigt. Für viele Konservative und Militärangehörige blieb sie aber eine Hassfigur.