Hessen schickte Transfrau in Abschiebegefängnis für Männer

"Es kam zu keinen beobachtbaren Schwierigkeiten", sagen die Behörden

Gefängnis
Symbolbild - Fotolia

In Hessen ist eine Transfrau gemeinsam mit Männern inhaftiert worden. Das berichtet die Initiative „Community 4 All“, mittlerweile haben die Behörden der Frankfurter Rundschau den Vorfall bestätigt.

Für die Behörden galt die Transfrau als „transsexueller Mann“

Demnach wurde letzte Woche in einem Abschiebegefängnis in Darmstadt, das ausschließlich für Männer vorgesehen ist, für eineinhalb Tage eine Trans-Frau untergebracht. Für das Polizeipräsidium Südhessen und das hessische Innenministerium war die betreffende Person aber ein „transsexueller Mann“, weil die entsprechenden Dokumente offenbar nicht geändert wurden – deshalb auch die Unterbringung im Männergefängnis. 

Polizei und Innenministerium betonten, dass das Personal in Darmstadt „für den Umgang mit Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung sensibilisiert“ sei. Die notwendigen Maßnahmen würden „aufmerksam und differenziert“ getroffen, ist man bei der Behörde überzeugt.

Die Behörden sind sich sicher, „aufmerksam und differenziert“ gehandelt zu haben

Die Transfrau habe sich bis zu ihrer Abschiebung „hauptsächlich im eigenen Haftraum“ aufgehalten, „und es kam zu keinen beobachtbaren Schwierigkeiten“, so die Behörden gegenüber der Frankfurter Rundschau. In welches Land die Transfrau abgeschoben wurde, ist nicht bekannt.

Für die Darmstädter Initiative „Community 4 All“ ist die Unterbringung der Transfrau in einem „reinen Männergefängnis“ ein Skandal. Der Fall zeige, dass auch in Darmstadt „Menschen- und Selbstbestimmungsrechte angeblich abzuschiebender Menschen missachtet“ würden. Auf die inhaftierte Frau seien Mitglieder letzte Woche „zufällig bei einem Besuch im Gefängnis“ aufmerksam geworden.

Beratungsorganisationen zufolge haben Transpersonen in Abschiebeeinrichtungen immer wieder die gleichen Probleme, wie die Nichtanerkennung des gelebten Geschlechts, allgemeine Diskriminierungen oder das Ausbleiben der wichtigen Hormonbehandlungen.