Gloria Gray wird die erste Trans-Abgeordnete in einem bayerischen Kreistag

Fast 14 Prozent der Stimmen für die engagierte Neo-Politikerin

Gloria Gray
CK Showkonzepte

Die bayerische Kommunalpolitik wird bunter: So haben es die Transfrau Gloria Gray und Polit-Drag Uschi Unsinn in die Regionalparlamente geschafft. Gray ist damit die erste Transperson, die in einen deutschen Kreistag gewählt wurde.

Im Landkreis Regen wird schon zum zweiten Mal Vielfalt gelebt

Gloria Gray kandidierte als parteilose Kandidatin auf der Liste der FDP für den Kreistag von Regen in Niederbayern. Sie wurde im ersten Anlauf gewählt und schreibt dadurch Geschichte. In dem Landkreis hatte übrigens auch im Jahr 2011 der damals erst Michael Adam als erster offen schwuler Landrat Bayerns für Furore gesorgt.

Und auch diesmal zeigte Regen seine Vorliebe für Vielfalt: Gloria Gray mit 7.688 Stimmen bzw. 13,66 Prozent der Stimmen in den Kreistag gewählt. Sie profitierte davon, dass in Bayern die Wählerinnen und Wähler ihre Stimmen ganz gezielt einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten geben können.

„Es fühlt sich sehr gut und richtig an – es war an der Zeit“, kommentierte Gloria Gray ihren Einzug ins Lokalparlament. Dieser ist auch deutliches Zeichen dafür, dass die Bevölkerung im Bayerischen Wald fortschrittlicher ist als ihr Ruf.

Vor vier Jahren wollte Gloria Gray schon Bürgermeisterin werden und erzielte einen Achtungserfolg

Es ist nicht der erste Versuch von Gloria Gray, politisch Karriere zu machen. Im Jahr 2016 kandidierte die 54-Jährige, die sich Mitte 20 geschlechtsanpassenden Operationen unterzog, bereits als unabhängige Kandidatin für das Bürgermeisteramt in ihrer Heimatgemeinde Zwiesel. Mit gut 20 Prozent der Stimmen landete sie auf dem beachtlichen dritten Platz.

Gray kehrte 2010 in ihren Heimatort Zwiesel zurück. Zuvor absolvierte sie eine Schauspielausbildung an der Deutschen Schauspielakademie in München und arbeitet seitdem als Sängerin, Showmasterin, Fotomodell und Entertainerin.

Auch in Nürnberg wird der Stadtrat etwas bunter

Bunter wird es auch in Nürnberg: Dort hat es Uwe Scherzer, der auch als Polit-Drag Uschi Unsinn bekannt ist, für die Grünen in den Stadtrat geschafft. Die „linksversiffte Berufsschwuchtel“ – so Uschi über sich selbst – wurde von den Wählerinnen und Wählern von Platz 20 auf Platz 14 vorgereiht. Durch das gute Ergebnis der Grünen – sie konnten ihr Ergebnis auf 10,7 Prozent mehr als verdoppeln – kommt Scherzer nun ins Stadtparlament der fränkischen Metropole.