ORF bringt „kleinen Song Contest“ als Ersatz und bleibt bei Vincent Bueno

Allerdings dürfen die diesjährigen Beiträge nächstes Jahr nicht mehr starten

Vincent Bueno
ORF/Roman Zach-Kiesling

Wegen der Corona-Krise kann der für Mitte Mai geplante 65. Song Contest in Rotterdam nicht stattfinden. Die teilnehmenden Rundfunkanstalten suchen jetzt nach Alternativen. Einige Sender haben nun angekündigt, aus den Beträgen ihren eigenen kleinen Song Contest zu basteln. Und: Österreichs Vertreter in nächsten Jahr heißt ebenfalls Vincent Bueno – aber mit einem neuen Lied.

Das Publikum darf nach Ostern seinen Favoriten aus den diesjährigen Beiträgen wählen

So wird in Österreich Andi Knoll am 14., 16. und 18. April in ORF 1 einen virtuellen Bewerb unter dem Titel „Mr. Song Contest proudly presents – Der ‚kleine‘ Song Contest“ präsentieren. Dabei soll eine Jury die Videos der Songs reihen. Nach der letzten Sendung stehen dann die drei Siegervideos der Jury fest. Aus diesen kann dann das Publikum seinen Favoriten zum Song-Contest-Videosieger 2020 krönen. Nähere Details sollen in den nächsten Tagen veröffentlicht werden.

Ähnliches machen auch das Schwedische Fernsehen SVT oder die britische BBC: Dort kündigte man eine Ersatz-Show mit dem dortigen Song-Contest-Moderator Graham Norton an, in der auch ehemalige Song-Contest-Teilnehmer auftreten sollen. Die European Broadcasting Union (EBU) als Dachverband hat bis jetzt nur angekündigt, dass alle diesjährigen Beiträge in einem geeigneten TV-Format präsentiert werden sollten.

Die diesjährigen Lieder dürfen nächstes Jahr nicht mehr beim Song Contest teilnehmen

Weiters hat die EBU bekannt gegeben, dass jene Lieder, die dieses Jahr beim Song Contest teilnehmen hätten sollen, nächstes Jahr nicht mehr starten dürfen. Das habe der Verwaltungsrat aufgrund der Wettbewerbsregeln entschieden. „Ob die teilnehmenden Rundfunkanstalten die gleichen Teilnehmer wie dieses Jahr oder neue schicken wollen, liegt in ihrem Ermessen“, heißt es. Damit können sich nur Lieder, die ab dem September 2020 veröffentlicht wurden, qualifizieren.

https://www.youtube.com/watch?v=cOuiTJlBC50

Österreich hält aber trotzdem an Vincent Bueno fest, der dieses Jahr mit „Alive“ an den Start gegangen wäre. „Wir glauben auch für den Ersatz-ESC 2021 an unseren Künstler Vincent Bueno“, so ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner. Und auch Bueno zeigt sich motiviert: „‚Alive‘ war für mich schon eine starke Nummer, bei der wir uns die Latte sehr hoch gelegt haben. Mein Ziel ist, dies für nächstes Jahr noch zu übertreffen.“

ORF glaubt auch 2021 an Vincent Bueno

Neben Vincent Bueno werden zumindest zehn Künstlerinnen und Künstler, die dieses Jahr auftreten sollten, ihr Land auch beim Ersatz-Song-Contest vertreten. Dazu zählen neben dem offen schwulen Sänger Jeangu Macrooy, der für die Gastgeber antreten sollte, auch Efendi aus Aserbaidschan, Hooverphonic aus Belgien, Victoria aus Bulgarien, Tornike Kipiani aus Georgien, Stefania aus Griechenland, Eden Alene aus Israel, Gjon’s Tears aus der Schweiz, Blas Cantó aus Spanien und Go_A aus der Ukraine.

Mehrere Länder haben allerdings bereits angekündigt, im kommenden Jahr im jeden Fall eine neue Vorentscheidung zu veranstalten. Dazu zählen Schweden mit dem populären „Melodifestivalen“, Norwegen, Finnland und Estland.

Die Isländer Daði og Gagnamagnið, die mit ihrem Beitrag „Think About Things“ dieses Jahr zu den Favoriten gehörten, werden nächstes Jahr wahrscheinlich nicht mehr dabei sein. Sänger Daði Freyr teilte mit, dass er nicht noch einmal bei der isländischen Vorentscheidung mitmachen wolle. Er stehe nur bei einer internen Nominierung zur Verfügung, teilte er auf Twitter mit.