New York: Helfer im Corona-Lazarett müssen homo- und transphob sein

Radikale Organisation nutzt Krise, um ihre Agenda zu verbreiten

Feldlazarett im Central Park
Samaritan’s Purse

In den Vereinigten Staaten gehört New York zu jenen Orten, die am schlimmsten von der Coronakrise getroffen sind. Im Central Park hat eine private Hilfsorganisation sogar ein Lazarett aufgebaut. Doch wer hier helfen will, muss homophob sein, berichten US-Medien.

Hinter dem Feldlazarett im Central Park steht eine radikalchristliche Gruppe

Denn der Betreiber des publicityträchtigen Zeltlagers mit 68 Krankenbetten ist die Organisation „Samaritan’s Purse“ – und dahinter steckt eine radikalchristliche evangelikale Gruppe, die humanitäre Krisen bereits zur Verbreitung ihrer Agenda genutzt hat. Präsident von „Samatarian’s Purse“ ist der bekannte homophobe Prediger Franklin Graham, einem der Lieblingsgeistlichen von US-Präsident Donald Trump. Dem entsprechend sucht die Organisation „christliche Mediziner“, die sich bereit erklären, „im Namen Jesu zu dienen“.

Dazu muss jeder, der in dem Lazarett mitarbeiten möchte, eine „Glaubenserklärung“ unterschrieben – und die hat es in sich. Wer diese Erklärung unterschreibt, bestätigt unter anderem, dass die Ehe für ihn eine Verbindung zwischen Mann und Frau ist. Transsexuelle Menschen existierten nicht, gleichgeschlechtliche Ehen seien eine Sünde und Homosexuelle sollten ohne Sex leben. Menschen, die sich nicht daran hielten, sollten in der Höhe „Verdammnis und ewige Bestrafung“ erleiden, heißt es außerdem in der Glaubenserklärung.

Verweigern die radikalchristlichen Helfer sexuellen Minderheiten die lebensrettende Behandlung?

Kurz nachdem bekannt wurde, dass Mitarbeiter des Lazaretts diese homophobe „Glaubenserklärung“ unterschreiben müssten, um Menschen helfen zu dürfen, wurden Befürchtungen laut, dass die dort Arbeitenden sich weigern könnten, Angehörige sexueller Minderheiten zu versorgen.

Einer, der diese Angst hatte, war der offen schwule Senator Brad Hoylman. „COVID-19 diskriminiert nicht, und Franklin Graham sollte das auch nicht tun. Es ist inakzeptabel, dass ein mit COVID-19 infizierter New Yorker von einer Organisation, deren Führer uns ‚unmoralischʻ und ‚abscheulichʻ nennt, diskriminiert werden könnte“, sagte er der Webseite LGBTQ Nation. Der Demokrat forderte Graham auf, „den LGBTQ-New Yorkern öffentlich zuzusichern, dass sie die gleiche Behandlung wie alle anderen im Lazarett des Central Park erhalten werden“. 

Mittlerweile hat sich auch der LGBTI-freundliche New Yorker Bürgermeister Bill di Blasio eingeschaltet. Er erklärte am Dienstag, dass ihm „Samaritan’s Purse“ versichert habe, alle Patienten gleich zu behandeln. Es gebe eine „schriftliche Vereinbarung, dass es keinerlei Diskriminierung geben wird“, erklärte di Blasio: „Wir werden Leute vom Bürgermeisteramt hinüber schicken, um das zu überprüfen.“