Wegen Corona: Polizei hält Conchita mehrere Stunden fest

Die Beamten glaubten, dass er illegal nach Deutschland einreisen wollte

Conchita
Thomas Ramstorfer/ORF

Heute Abend sitzt Conchita bei ProSieben in der Promi-Jury von „The Masked Singer“ – doch fast wäre es nicht dazu gekommen. Denn die deutsche Bundespolizei hat den 31-Jährigen und seinen Begleiter gestern stundenlang am Flughafen Düsseldorf festgehalten – es drohte sogar ein unfreiwilliger Rückflug, wie die Bild-Zeitung berichtet.

Die Bundespolizei stoppte den 31-Jährigen und seinen Begleiter im Transitbereich des Flughafens

Conchita sollte gestern um 17.00 Uhr in Deutschland ankommen, um 18.10 landete das Flugzeug aus Wien schließlich in Düsseldorf. Doch auf dem Weg aus dem Flughafen wurde der Song-Contest-Gewinner noch im Transitbereich des Flughafens gestoppt.

Bundespolizisten nahmen Conchita und ihren Begleiter mit zum Flughafen-Wachzimmer. Sie wollten die beiden Österreicher aufgrund der Corona-Einreisebeschränkungen nicht nach Deutschland lassen. Auch ein Arbeitsvertrag mit ProSieben, der ihr Engagement belegte, überzeugte die Beamten nicht.

Mit einem einmaligen Engagement ist man kein Berufspendler, der reisen darf, meinte die Polizei

Denn mit einem einmaligen Engagement sei Conchita kein Berufspendler, für die in Deutschland eine Ausnahmegenehmigung bei den Einreisebeschränkungen gelten. Und wie die Bild-Zeitung berichtet, war der 31-Jährige auf dem Wachzimmer uneinsichtig. Denn: „Grenzüberschreitendes Reisen aus berufsbedingten Gründen oder zur Ausübung einer Berufstätigkeit zur Durchführung von Vertragsleistungen bleibt – unabhängig von der Staatsangehörigkeit – zulässig“, heißt es auf der Homepage des deutschen Innenministeriums.

Und mit dieser Information reiste Conchita, dessen Engagement schon vor Monaten fixiert wurde, nach Deutschland. Doch die Polizei ließ nicht mit sich reden. Die Beamten hielten Conchita und ihren Begleiter auf dem Wachzimmer fest. Es drohte sogar eine Übernachtung im Polizeigewahrsam und die Rückreise nach Wien am nächsten Tag.

Im letzten Moment lenkte die Bundespolizei doch ein

Kurz vor Mitternacht machte die Bundespolizei doch noch eine Kehrtwende. Nach Rücksprache mit dem Bundespolizeipräsidium durfte Conchita doch noch nach Deutschland einreisen. Vom Flughafen fuhr er direkt in sein Hotel in Köln, wo die heutige Live-Sendung stattfindet. Conchita wollte sich zu dem Vorfall bis jetzt nicht äußern. 

Die Entscheidung von ProSieben, Conchita in Zeiten der Corona-Krise einzufliegen, ist bei unserem Nachbarland nicht ganz unumstritten – schließlich wirbt der Sender derzeit mit dem Hashtag „#wirbleibenzuhause“.

Gegenüber dem Kölner Express erklärte ein Sendersprecher leicht pampig: „Genauso wie Sie versuchen, ein möglichst gutes Nachrichtenangebot zu machen, versuchen wir, ein möglichst gutes Unterhaltungsprogramm für den Abend zu machen. Dazu gehören wenige ausgewählte Reisen. Deswegen freuen wir uns sehr auf Conchita Wurst bei ‚The Masked Singer‘ heute Abend.“