Wieder schwulenfeindliche Beleidigungen in Berlin

Der vierte Vorfall gegen sexuelle Minderheiten im Monat der Kontaktsperre

Polizei Berlin
Symbolbild

In Berlin sind am Dienstagabend zwei Männer schwulenfeindlich beleidigt worden. Wie die Berliner Polizei meldet, soll ein 41-jähriger Mann gegen 20.50 Uhr an der Wulkower Straße im Bezirk Marzahn-Hellersorf auf zwei Männer, 30 und 32 Jahre alt, getroffen sein und soll sie beleidigt haben.

Die Männer riefen die Polizei. Nachdem die Beamten die Personalien des 41-Jährigen festgenommen hatten, konnte er seinen Weg fortsetzen. Die Ermittlungen hat, wie bei allen mutmaßlichen Hassverbrechen, der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin übernommen.

Trotz Kontaktsperre werden LGBTI-Personen weiter zur Zielscheibe

Im Gegensatz zu anderen Städten im deutschsprachigen Raum kommuniziert die Berliner Polizei Taten gegen sexuelle Minderheiten proaktiv. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass Lesben, Schwule oder Transpersonen in der deutschen Hauptstadt unverhältnismäßig öfter angegriffen werden.

Trotzdem kommt es auch während der aufgrund der Corona-Krise in Berlin verhängten Kontaktsperre zu LGBTI-feindlichen Straftaten. Im April berichtete die Polizei bereits von drei dementsprechenden Vorfällen. Letzte Woche wurden zwei Trans-Frauen in einem Park beleidigt, geschlagen und getreten. Mitte April wurden zwei schwule Männer in Neukölln mit Fäusten angegriffen – nur wenige Tage, nachdem in Moabit ein 23-Jähriger in Moabit blutig geschlagen wurde.

Im letzten Jahr hat die Berliner Polizei 225 Straftaten gegen sexuelle Minderheiten gezählt – um 54 mehr als im Jahr zuvor. Begangen wurden diese Taten vor allem in den Bezirken Mitte, Tempelhof-Schöneberg, Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln.

Berlin hat eigene Ansprechstellen für LGBTI-Opfer

Wer in der deutschen Hauptstadt Opfer von Hasskriminalität wird, kann auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben. Außerdem gibt es bei der Berliner Polizei zwei Ansprechpersonen für LSBTI. Sie sind unter der Telefonnummer +49/(0)30/4664 979 444 erreichbar.

Beim schwulen Anti-Gewalt-Projekt Maneo können LGBTI-feindliche Straftaten aus Berlin über die Webseite oder täglich von 17 bis 19 Uhr über das Überfalltelefon unter der Nummer +49/(0)30/216 33 36 gemeldet werden.