Magier Roy Horn an Covid-19-Erkrankung gestorben

Gemeinsam mit seinem Partner Siegfried war das Duo für seine Tricks mit weißen Tigern und Löwen weltbekannt

Siegfried & Roy
Carol M. Highsmith Archive/Library of Congress

Roy Horn, Teil des weltberühmten Magierduos „Siegfried & Roy“, ist am Freitag in einem Krankenhaus in Las Vegas an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Das bestätigte. Dave Kirvin, der Sprecher der Magier. Seine Corona-Infektion war Ende April bekanntgeworden. Horn wurde 75 Jahre alt.

„Roy war sein ganzes Leben lang ein Kämpfer, auch in diesen letzten Tagen“

„Roy war sein ganzes Leben lang ein Kämpfer, auch in diesen letzten Tagen“, sagte sein Partner Siegfried Fischbacher über den Tod seines langjährigen Dompteur- und Lebenspartners. Er dankte den Ärzten und Krankenschwestern im Mountain View Hospital. Sie hätten „heldenhaft gegen das heimtückische Virus“ gekämpft, „das am Ende Roy das Leben nahm.“

Horn und Fischbacher waren vor allem für ihre spektakulären Illusionen mit weißen Tigern und Löwen weltbekannt. „Heute hat die Welt einen der großen Magier verloren, und ich meinen besten Freund“, erklärte Fischbacher weiter. „Schon bei unser ersten Begegnung wusste ich, dass Roy und ich zusammen die Welt verändern würden. Es hätte keinen Siegfried ohne Roy und keinen Roy ohne Siegfried gegeben“, so der 80-Jährige anlässlich des Todes seines Partners.

Ihre Karriere endete an Roys 59. Geburtstag, als ihn ein Tiger schwer verletzte

Ihre Karriere endete an Roys 59. Geburtstag im Oktober 2003, als einer der berühmten weißen Tiger Roy Horn bei einer Vorstellung en Dompteur am Hals packte und von der Bühne zerrte. Horn behauptete bis zuletzt, er habe auf der Bühne einen Schlaganfall gehabt und der Tiger wollte ihn in Sicherheit bringen.

Horn verlor dabei viel Blut, erlitt außerdem einen Schlaganfall und eine einseitige Lähmung. Mit einer dreistündigen Notoperation retteten die Ärzte ihm damals das Leben. Von diesem Vorfall konnte sich Horn nie mehr vollständig erholen.

Schon als Kind im Nachkriegsdeutschland entdeckte der in Nordenham bei Bremen geborene Magier seine Liebe zu Großkatzen. So verbrachte er damals viel Zeit bei „Chico“, einem Geparden im Bremer Zoo.

Auf einem Kreuzfahrtschiff traf Roy seinen Siegfried – zusammen waren sie unbesiegbar

1957 heuerte Roy Horn als Animateur auf einem Kreuzfahrtschiff an, wo er Fischbacher traf – eine Beziehung, die über alle Höhen und Tiefen hielt. Seit 1950 gingen sie zusammen auf Tour, zuerst in Europa, dann in den USA. Mit ihren Zauber – und Tiertricks arbeitete sich das Paar nach oben.

Im Jahr 1967 kamen die beiden schließlich nach Las Vegas. Gut zwei Jahrzehnte handelten die „Meister der Illusion“ dort einen Millionen-Deal mit dem „Mirage“-Hotel aus. Bis zu dem Tiger-Unfall gehörten sie zum festen Repertoire des Hotels in der US-Spielermetropole. In den letzten Jahren seines Lebens widmete sich Horn zum größten Teil dem Schutz von Wildtierbeständen.

Erst 2007 sprachen sie über das offene Geheimnis ihrer Beziehung

Aus ihrer privaten Beziehung machten die beiden Magier lange ein Geheimnis. Erst in ihrer 2007 erschienenen Autobiografie „Magier des Jahrhunderts“ sprachen die beiden Deutsch-Amerikaner erstmals offen darüber. Demnach waren Siegfried und Roy lange Jahre liiert, trennten sich aber 1998. Sie seien jedoch Freunde geblieben. 

Der Illusionist David Copperfield bezeichnete Roy in einem Tweet als „wunderbaren Künstler“ und „Legende“, die nicht nur für die Unterhaltung viel getan habe, sondern auch für die Gesellschaft. Schauspieler David Hasselhoff bezeichnete den Magier als „den wahren ‚Tiger King‘“.

„Ich habe es immer geliebt, Siegfried & Roy zu sehen, zwei großartige Einwanderer, die einen neuen Unterhaltungsmaßstab gesetzt haben. Niemand konnte mit ihrem Talent und ihrer Energie mithalten. Sie hatten buchstäblich die beste Show in der Geschichte von Vegas“, zollte auch Arnold Schwarzenegger dem verstorbenen Künstler Tribut.