UNO-Generalsekretär Guterres warnt vor steigender Homophobie während der Corona-Krise

"Viele LGBTI-Personen, die ohnehin schon Vorurteilen ausgesetzt sind, erleben als Folge des Virus eine erhöhte Stigmatisierung"

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Anlässlich des internationalen Tages gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT) hat UNO-Generalsekretär Antonio Guterres davor gewarnt, des sexuelle Minderheiten von der Coronavirus-Pandemie besonders betroffen seien.

„Es gibt auch Berichte über Covid-19-Richtlinien, die von der Polizei missbraucht werden, um LGBTI-Personen und -Organisationen ins Visier zu nehmen“, sagte der Generalsekretär der Vereinten Nationen. So hat beispielsweise in Uganda ein Obdachlosenheim für Angehörige sexueller Minderheiten von der Polizei gestürmt – offiziell, weil die Bestimmungen zur Einhaltung des Mindestabstandes nicht eingehalten wurden. Ein Großteil der Verhafteten muss bis zum Prozess in Untersuchungshaft bleiben.

„Viele LGBTI-Personen, die ohnehin schon Vorurteilen, Angriffen und Mord ausgesetzt sind, nur weil sie sind, wer sie sind oder lieben, wen sie lieben, erleben als Folge des Virus eine erhöhte Stigmatisierung sowie neue Hindernisse bei der Inanspruchnahme von medizinischer Versorgung“, sagte Guterres weiter.

Ernst-Dziedzic: Viele Forderungen wurden noch nicht erfüllt

In Österreich sagte Ewa Ernst-Dziedzic, LGBTI-Sprecherin der Grünen, dass auch dreißig Jahre, nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten gestrichen hat, viele Forderungen nach wie vor nicht erfüllt wurden.

Als Beispiele nannte sie die Selbstbestimmung beim Geschlechtseintrag, die in Österreich durch eine verfassungswidrige Weisung des Innenministeriums verweigert wird, als auch das Verbot von Genitalverstümmelung bei intersexuellen Menschen.

SPÖ startet Kampagne für Blutspende ohne Diskriminierungen

Die SPÖ nutzte den IDAHOBIT, um eine Kampagne gegen die Diskriminierung schwuler und bisexueller Männer bei der Blutspende zu starten.„Es ist höchste Zeit, dass alle unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung die Chance bekommen, ihren Beitrag zu leisten. Die Stigmatisierung und Diskriminierung schwuler Männer ist wissenschaftlich längst überholt. Beenden wir die Diskriminierung beim Blutspenden“, so Mario Lindner, Bundesvorsitzender der sozialdemokratischen LGBTI-Initiative SoHo..

Der internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT) geht auf den 17. Mai 1990 zurück. An diesem Tag hat die WHO Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten gestrichen. Um auf die Diskriminierung sexueller Minderheiten weltweit hinzuweisen, wird der 17. Mai seit 2004 als Gedenktag begangen.