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Amsterdam: Wieder ein schwules Paar von Jugendlichen attackiert

Einer der Männer wurde mit einer Glasscherbe verletzt

Symbolbild - Archiv

In Amsterdam hat es erneut einen Übergriff auf ein schwules Paar gegeben. Wie lokale Medien berichten, wurden die beiden Männer letzten Donnerstag angegriffen. Einer davon wurde mit einer Glasscherbe verletzt und musste ins Krankenhaus. Die mutmaßlichen Täter sind Teenager.

Die Männer paddelten mit einem Kanu über den Kanal, als sie beleidigt wurden

Den Berichten zufolge fuhren ein Mann und sein Partner mit einem Kanu über den Kanal in Zeeburg, als sie wegen ihrer sexuellen Orientierung von einer Gruppe Jugendlicher mit Steinen beworfen wurden. Einer der Männer wollte daraufhin die Teenager zur Rede stellen und ging der Gruppe nach.

Es kam zu einem Wortgefecht, in dessen Folge der Mann von den Jugendlichen schwulenfeindlich beschimpft und gestoßen wurde. Schließlich verletzte ihn einer der Jugendlichen mit einem Stück Glas am Unterarm. Der Mann musste mit der Rettung ins Krankenhaus gebracht werden. Die mutmaßlichen Täter konnten davonlaufen.

Tatverdächtig sind zwei 14- und ein 15-Jähriger

Aufgrund der Beschreibung des Opfers konnte die Polizei noch in der Nacht zwei 14- und einen 15-Jährigen verhaften. Sie waren bereits einschlägig amtsbekannt. Einer der 14-Jährigen ist dringend tatverdächtig, den Mann mit der Glasscherbe verletzt zu haben. Er bleibt noch mindestens eine weitere Woche in Untersuchungshaft, wie die Staatsanwaltschaft mittlerweile bestätigt hat.

„Wir nehmen die Sache sehr ernst“, so ein Polizeisprecher: „Wenn mehr Jugendliche daran beteiligt sind, werden sich auch diese Leute von der Straße für das, was passiert ist, verantworten.“ Das Opfer bekommt Unterstützung vom niederländischen LGBTI-Polizeinetzwerk „Roze in Blauw“.

Schon der dritte Angriff im Osten Amsterdams

Es ist bereits der dritte Angriff auf ein schwules Paar, der in den letzten Wochen im Osten von Amsterdam stattgefunden hat. So wurde ein Paar zunächst Mitte April von einer Gruppe Jugendlicher beschimpft und bedroht. Einen Monat später wurden sie von anderen Jugendlichen beleidigt, weil sie händchenhaltend aus dem Supermarkt gingen.

„Es ist verrückt sagen zu müssen, dass in den Niederlanden im Jahr 2020 nicht jeder auf der Straße sichtbar sein kann, ohne mit Gewalt rechnen zu müssen“, sagte Astrid Oosenburg von der größten niederländischen LGBTI-Organisation COC Nederland damals: „Es ist Zeit für weniger Gewalt und mehr verurteilte Gewalttäter.“

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