Home Gesundheit HIV/Aids HIV-Behandlung: Reicht künftig eine Spritze pro Jahr?

HIV-Behandlung: Reicht künftig eine Spritze pro Jahr?

Vielversprechende Experimente mit Cabotegravir

Symbolbild - Fotolia/andreysafonov

Große Hoffnungen setzen HIV-Experten derzeit in den Wirkstoff Cabotegravir: Bei einer groß angelegten Studie wurde festgestellt, dass eine Spritze mit dem Wirkstoff, der derzeit noch erprobt wird, bis zu acht Wochen vor einer HIV-Infektion schützen kann. Und auch für diejenigen, die sich mit dem Virus infiziert haben, könnte der neue Wirkstoff die Lebensqualität deutlich verbessern.

Keine tägliche Tablette mehr, die man leicht vergessen kann

Denn derzeit müssen HIV-Positive jeden Tag zur gleichen Zeit ihre Medikamente nehmen – was nicht jedem Betroffenen immer gelingt.  Mediziner sprechen hier von der „Therapietreue“ – also wie sehr die vorgeschriebene Medikation auch befolgt wird. Diese ist umso höher, je seltener der Patient daran denken muss. Werden immer wieder Dosen vergessen, erhöht sich unter anderem das Risiko, dass die HI-Viren gegen die Medikamente resistent werde.

Hier kommt Cabotegravir ins Spiel: Der Wirkstoff steht in einer sehr weiten Phase seiner Entwicklung. Was bereits feststeht: Bei HIV-Positiven würde eine Injektion mit Cabotegravir alle acht Wochen reichen, um den Virus in Schach zu halten und andere vor einer Ansteckung zu schützen.

Mit kleinen Veränderungen des Wirkstoffs könnte die Spritze ein Jahr lang wirken

Forscher der University of Nebraska in Omaha haben Cabotegravir nun chemisch modifiziert – mir erstaunlichen Resultaten: Wie die Zwischenergebnisse ihrer Studien zeigen, die in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht wurden, würde eine einzige Spritze pro Jahr als HIV-Therapie reichen – und auch die Weitergabe des Virus verhindern.

Auch in der Prä-Expositionstherapie setzen HIV-Forscher ihre Hoffnung auf Cabotegravir. Denn im Rahmen einer groß angelegten Studie mit mehr als 4.500 Teilnehmern hat sich die Zwei-Monats-Spritze mit dem Wirkstoff auch in der Vorbeugung einer HIV-Infektion als hoch wirksam erwiesen.

Auch ärmere Länder sollen diese Behandlung nutzen können

Wann Cabotegravir zur HIV-Therapie und zur PrEP zugelassen wird, ist noch unklar. Der Hersteller plant nach eigenen Angaben, die Spritze auch in Ländern mit niedrigen Einkommen zur Verfügung zu stellen. Mögliche Preise sind ebenfalls nicht bekannt.

Eine weitere Studie soll in Afrika bei 3.200 Frauen mit erhöhtem Infektionsrisiko prüfen, ob Cabotegravir für die PrEP wirksamer als die bisher verwendeten Wirkstoffe Tenofovir und Emtricitabin ist. Hier sollen im November erste Zwischenergebnisse vorliegen.

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