Start Szene Wien Grüne wollen nächste Regenbogenparade klimaschonend feiern

Grüne wollen nächste Regenbogenparade klimaschonend feiern

Die Kritik der HOSI Wien weisen die Grünen Andersrum mit neuen Konzepten zurück

Gruppe auf der Regenbogenparade 2017
Sujetbild - premiumPIX

Eine unerwartete deutliche Replik kam von der HOSI Wien auf die Kritik der Grünen Andersrum zur Klimabilanz des Regenbogen-Corsos. Doch diese sei unberechtigt, macht jetzt die LGBTI-Gruppe der Partei klar – und legt für andere Teilnehmer die Latte für eine klimafreundliche Paradenteilnahme im nächsten Jahr ein deutliches Stück höher. 

Regenbogen-Corso: Ein Zeichen der Sichtbarkeit, aber nicht gerade klimafreundlich

Gut 200 Fahrzeuge bewegten sich am Samstag fünf Runden lang “andersrum”, also entgegen der Fahrtrichtung, über die Wiener Ringstraße und den Franz-Josef-Kai. Im Vorfeld des Corsos kritisierten die Grünen Andersrum Wien, dass die Ersatzveranstaltung für die Regenbogenparade in klimaschädlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren stattfindet

Dass es auch anders geht, haben zeitgleich zum Wiener Corso Klagenfurt und Düsseldorf bewiesen: Dort haben die Veranstalter der dortigen Regenbogenparade einen Fahrradcorso in der Innenstadt abgehalten – ohne Abgase. Auch die Hamburg Pride wird dieses Jahr auf dem Drahtesel stattfinden. Die Grünen Andersrum Wien erklärten, dass eine Autoparade ein “völlig falsches Signal” sei und kauften Emissionszertifikate für den Corso. 

Antwort der HOSI Wien an die Kritik der Grünen: „Mit spritfressendem Sattelschlepper auf der Regenbogenparade“

Bei der HOSI Wien betonte man, dass die Klimabilanz des Regenbogen-Corsos “unterm Strich zweifellos positiv” sei. Denn während der Veranstaltung seien immer noch weniger Autos unterwegs als sonst um diese Zeit auf der Ringstraße. Dass jene Autos, die sonst um diese Zeit am Ring unterwegs sind, aber auch fahren, wenn auch woanders, wurde nicht thematisiert. 

Allerdings erinnerte die HOSI Wien den Grünen Andersrum in ihrer Stellungnahme süffisant daran, dass sie “mit ihrem nicht gerade spritschonenden Sattelschlepper an der Regenbogenparade teilnehmen” – eine sehr deutliche Antwort der Veranstalter an einen der treuesten Teilnehmer der Regenbogenparade. 

Dieses Jahr wollten die Grünen mit einem Elektro-Truck auf der Parade feiern

Doch das wollen die Angesprochenen so nicht stehen lassen: “Sowohl beim Kampf für Gleichberechtigung und Sichtbarkeit wie auch im Kampf gegen die Klimakrise geht es darum, uns gegenseitig zu unterstützen und nicht Vorwürfe zu machen”, stellen sie klar. 

„Großveranstaltungen sind im Hinblick auf Klimaschutz immer eine Herausforderung. Diesen Anspruch stellen wir auch an uns selbst, weshalb wir beispielsweise heuer mit einem Elektro-Truck an der Parade teilgenommen hätten und an Solarlösungen für die DJs am Grünen Truck arbeiten, die jedes Jahr zu den beliebtesten musikalischen Beiträgen zählen”, entkräften die Grünen Andersrum die Kritik der HOSI Wien. 

Das gemeinsame Ziel der HOSI Wien und der Grünen Andersrum sei “Sichtbarkeit, Akzeptanz und Weltoffenheit”, so die Parteiorganisation weiter: “Gemeinsam sollten wir Jahr für Jahr versuchen, die Parade entsprechend unserer Möglichkeiten und Ressourcen klimaschonender zu machen.”