Home Politik International Russische Ex-Abgeordnete: „Regenbogeneis macht schwul“

Russische Ex-Abgeordnete: „Regenbogeneis macht schwul“

Bunte Eiscreme als Feindbild für konservative 72-Jährige

Screenshot

Ein Eisbecher in Regenbogenfarben könnte Kinder dazu ermutigen, die Regenbogenflagge als Symbol der LGBTI-Bewegung positiv zu sehen. Das fürchtet zumindest Jekaterina Lachowa, die Leiterin der russischen Frauenunion. Sie will deshalb ein beliebtes russisches Eis verbieten.

Produkte wie das Regenbogen-Eis könnten Kinder ermutigen, die Regenbogenflagge zu akzeptieren

Lachowa teilte dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ihre Sorgen am 3. Juli bei einer Videokonferenz mit, bei der es eigentlich um Verfassungsänderungen ging – unter anderem auch um das Verankern der Ehe als Verbindung von Mann und Frau im russischen Grundgesetz.

Dabei nannte die 72-Jährige das Regenbogen-Eis des russischen Herstellers Tschistaja Linija als Beispiel dafür, wie russische Kinder ermutigt werden würden, die Regenbogenflagge zu akzeptieren. Es würde “nicht-traditionelle Werte propagieren”, so die ehemalige Duma-Abgeordnete.

Lachowa vergleicht die Regenbogenflagge mit dem Hakenkreuz

Und sie ging noch einen Schritt weiter. Sie verglich die Regenbogenflagge mit dem Hakenkreuz. “Ich bin negativ gegenüber dem Regenbogen eingestellt genauso wie gegenüber dem Hakenkreuz, das bereits verboten ist”, sagte sie Putin in der Videokonferenz.

Beim Eishersteller sorgten die Aussagen Lachowas für Verwunderung. Armen Beniaminow, Vizepräsident des Eisherstellers, wies den Kommentar der 72-Jährigen als ihre persönliche Meinung zurück. Er sagte, das Design des Produkts und seine Vermarktung hätten nichts mit LGBT-Rechten zu tun. “Für uns steht der Regenbogen für Sonnenschein nach dem Regen und nicht für die Flagge der LGBT-Community“, betonte er die Heterosexualität der Eiscreme.

Im Internet erntete die Vorsitzende der russischen Frauenunion mit ihrem Vorschlag erwartungsgemäß Spott und Hohn. Einige User meinten, man solle gleich den Regenbogen als Naturphänomen verbieten. Andere erinnerten an Kinderlieder, in denen es ebenfalls um den Regenbogen ging – und die dann genauso verboten werden müssten. Ein User schrieb sarkastisch, dass er mit jedem Biss vom Regenbogeneis mehr zur Homosexualität neigen würde, obwohl er eigentlich heterosexuell sei.

Die mobile Version verlassen