Ethnien-Filter bleibt auf PlanetRomeo, wird aber zur „Suche“

Umbenennung würde "echte Nutzung" besser ausdrücken

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Im Gegensatz zu anderen schwulen Dating-Portalen will PlanetRomeo seinen Ethnien-Filter nicht löschen – aber in eine Suchfunktion umbenennen. Dies würde “die echte Nutzung” viel besser reflektieren und könnte Missverständnissen vorbeugen, so das in Amsterdam und Berlin ansässige Unternehmen in einer Mitteilung

Romeo kann bei der Benutzung des Ethnien-Filters keine rassistischen Motive erkennen

So würden von den zwei Millionen Gayromeo-Mitgliedern nur etwa 35.000 die Plattform nach Ethnien durchsuchen. Davon würden fünf Prozent “alle Ethnien bis auf eine” wählen, 65 Prozent nutzen die Funktion allerdings, um nach bestimmten Etnien zu sichen – “meist nicht die eigene”. 

Daraus schließt PlanetRomeo, dass der Filter nicht rassistisch genutzt wird – sondern “die überwältigende Mehrheit es nutzt, um nach Usern mit anderem Hintergrund als der eigenen zu suchen”. Trotzdem werde man den Filter in “Suche” umbenennen. 

Viel verbreiteter sind entsprechende Kommentare in den Profiltexten

Bedenklicher ist für PlanetRomeo das, was in den Profiltexten steht und nicht durch automatisierte Filter erfasst wird. Von 200 Profilen, die für das Support-Team problematische Ausdrücke beinhaltete, waren 70 in Verbindung mit ethnischer Zugehörigkeit problematisch – zum Beispiel, weil sie bestimmte Ethnien generell ausschlossen. 

Allerdings: 89 Profile hatten Body Shaming, also die Ablehnung bestimmter Körperformen in ihren Texten. Bei 23 Profilen gab es positiv gemeinte Aussagen – zum Beispiel, dass man sich nicht mit Männern treffe, auf deren Profilen bestimmte Typen oder Ethnien generell angelehnt würden. 

Und man werde auch weiterhin den generellen Ausschluss bestimmter Körpertypen und Ethnien in Profiltexten tolerieren. Ein Verbot “würde dazu führen, dass Nutzer auf andere Codes und Wörter ausweichen und diese sind dann immer beleidigend”, so das PlanetRomeo-Team. Und eine engere Kontrolle würde die Privatsphäre der Nutzer verletzen. 

Neue Meldeoptionen und ein freundlicher „Nein, Danke“-Text sollen die Situation entschärfen

Zusätzlich werde man zusätzliche Meldeoptionen einführen, um Diskriminierung und Hassrede zu melden und eine Standardnachricht einführen, “damit du mit einem Klick eine freundliche Absage im Chat versenden kannst”. Ob diese Maßnahmen auch langfristig reichen werden oder die beliebte Dating-Plattform nachbessern muss, wird die Zeit zeigen. 

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Im Zuge der “Black Lives Matter”-Debatte kamen auch die Ethnien-Filter der schwulen Dating-Apps in die Diskussion. Der in die Kritik geratene Marktführer Grindr hat sich als erste App publikumswirksam dazu entschlossen, diesen Filter abzuschaffen. Kurze Zeit später folgten die Mitbewerber Scruff und Jack’d.