Home Politik International Türkische Modekette verbietet ihren Mitarbeitern „LGBT-Symbole“

Türkische Modekette verbietet ihren Mitarbeitern „LGBT-Symbole“

Sichtbarkeit der LGBTI-Community während des Pride Months irritierte die Geschäftsführung

Kevin Wong/Flickr - CC BY 2.0

Die türkische Modekette LC Waikiki hat in einem internen Rundschreiben die Verwendung von Symbolen verboten, die mit der LGBTI-Community in Verbindung gebracht werden können. Das berichtet die türkische Tageszeitung Sol am Mittwoch. 

Regenbogen oder Einhörner gelten als „verbotene Designs“

In der E-Mail mit dem Betreff “Verbotene Designs” zählt die Geschäftsführung von LC Waikiki einige LGBTI-Symbole auf, die “nie verwendet werden sollen”. Das betrifft unter anderem Regenbogen, Einhörner und die Darstellung von Personen der LGBTI-Community. Nach Informationen der Zeitung sah sich die Geschäftsführung zu der E-Mail gezwungen, da sie eigenen Angaben zufolge von der Sichtbarkeit der LGBTI-Community durch die Pride-Veranstaltung der letzten Wochen irritiert gewesen sei. 

Homosexualität ist in der Türkei nicht verboten, aber ein Tabuthema in der Gesellschaft. Unter dem nationalkonservativen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und seiner AKP wurde das Klima für sexuelle Minderheiten in den letzten Jahren aber zusehens feindlicher. So hat Erdoğan Ende Juni die LGBTI-Community beschuldigt, “heimtückisch unsere nationalen und religiösen Werte” anzugreifen, weil sie versuche, “junge Menschen zu vergiften, indem sie versuchen, durch die gesamte Menschenheitsgeschichte verfluchte Perversionen zu normalisieren”. 

Unter Erdoğan hat sich das Klima für sexuelle Minderheiten deutlich verschärft

Auch wurden Pride-Märsche wie in Istanbul unter AKP-Politikern verboten – offiziell meistens aus Sicherheitsgründen, die in den Jahren zuvor nie ein Problem waren. Im November 2017 hat der Gouverneur kurzfristig zunächst Durchführung von LGBTI-Filmtagen in der deutschen Botschaft untersagt, dann alle queeren Veranstaltungen. Das Verbot wurde danach von einem Gericht wieder aufgehoben. 

Zuletzt hatte Ali Erbaş, Leiter der staatlichen Religionsbehörde Diyanet, im April gesagt, der Islam verurteile Homosexualität, da sie zu Krankheiten wie Aids führe. Türkische LGBTI-Gruppen, Menschenrechts-Aktivisten und Politiker der sozialdemokratischen CHP sowie der prokurdisch-linken HDP warfen dem Leiter der staatlichen Religionsbehörde daraufhin Volksverhetzung vor. 

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