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Fast 1.000 schwule und lesbische Ehepaare in Österreich

Nach einem Jahr Ehe-Öffnung in Österreich gibt es eine positive Bilanz

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Letztes Jahr konnten schwule und lesbische Paare in Österreich zum ersten Mal heiraten. Fast tausend Paare haben diese Möglichkeit in Anspruch genommen, so die offiziellen Zahlen der Statistik Austria. Und auch die Eingetragene Partnerschaft hat durch ihre Öffnung für heterosexuelle Paare einen neuen Aufschwung erlebt.

Im ersten Jahr gaben sich mehr Frauen- als Männerpaare das Ja-Wort

Genau 997 gleichgeschlechtliche Paare haben sich 2019 das Ja-Wort gegeben. Darunter waren 529 Frauen- und 468 Männerpaare. In den Eheschließungen sind auch 193 Umwandlungen Eingetragener Partnerschaften enthalten, davon drei von heterosexuellen Paaren.

Die meisten gleichgeschlechtlichen Eheschließungen gab es in Wien mit 343, gefolgt von Niederösterreich mit 161 und der Steiermark mit 130. Schlusslicht ist das Burgenland mit 13 gleichgeschlechtlichen Eheschließungen.

Heterosexuelle Paare geben der Eingetragenen Partnerschaft neuen Aufschwung

Und auch die Eingetragene Partnerschaft erlebte eine Renaissance. Sie wurde gleichzeitig mit der Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare auch für heterosexuelle Paare geöffnet. So wurden im Jahr 2019 insgesamt 1.269 Eingetragene Partnerschaften begründet. “Fast dreimal so viele wie im Jahr zuvor – rund 90 Prozent davon zwischen Mann und Frau“, so Tobias Thomas, Generaldirektor der Statistik Austria.

Genaugenommen stieg die Zahl der geschlossenen Eingetragenen Partnerschaften um 173,5 Prozent – doch unter Schwulen und Lesben hat das Interesse deutlich abgenommen: So waren unter den Paaren nur 89 männliche und 45 weibliche.

In Wien wurden 35,9 Prozent aller Eingetragenen Partnerschaften geschlossen. Genau 47,9 Prozent der Eingetragenen Partner und Partnerinnen waren 2019 zwischen 30 und 49 Jahre alt. Bei 61,8 Prozent waren beide künftigen Partner davor ledig.

Lesbische Paare heiraten öfter als schwule Paare

Frauenpaare wählten zu 92,2 Prozent die Ehe und in 7,8 Prozent der Fälle die eingetragene Partnerschaft, während Männerpaare zu 84,0 Prozent heirateten und zu 16,0 Prozent eine eingetragene Partnerschaft begründeten.

Insgesamt geht der Trend zum Bund fürs Leben leicht nach unten: Die Zahl der Eheschließungen ist letztes Jahr im Vergleich mit 2018 leicht gesunken. So wurden letztes Jahr 46.034 Ehen geschlossen, um 434 oder 0,9 Prozent weniger also noch ein Jahr zuvor. Allerdings gab es in drei Bundesländern sogar mehr Eheschließungen: In Wien mit plus 2,8 Prozent, in Vorarlberg mit plus 1,9 Prozent und in der Steiermark mit plus 1,4 Prozent. Den stärksten Rückgang gab es in Kärnten mit einem Minus von 4,8 Prozent.

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