Trans-Frau von einer Gruppe junger Männer beschimpft und angegriffen

Die Burschen konnten unerkannt flüchten

Polizei Berlin
Symbolbild

In Berlin-Kreuzberg ist eine 29 Jahre alte Trans-Frau von einer Gruppe junger Männer beschimpft und angegriffen worden. Die Burschen konnten flüchten, nun ermittelt der Staatsschutz. 

Zuerst wurde die Frau beschimpft, dann warf einer der Burschen einen Stein nach ihr

Wie die Berliner Polizei mitteilt, ereignete sich der Vorfall am Mittwoch gegen 20.45 Uhr in der Friedrichstraße. Eine Gruppe junger Männer beschimpfte die 29-Jährige demnach wegen ihrer geschlechtlichen Identität. Einer der Burschen warf dann noch mit einem Stein nach ihr, dem die Frau aber ausweichen konnte. 

Als die Männer bemerkten, dass die Frau die Polizei alarmierte, flüchteten sie. Nähere Angaben zu den mutmaßlichen Tätern gibt es nicht. Die weiteren Ermittlungen hat, wie bei mutmaßlicher Hasskriminalität üblich, der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin übernommen. 

Die Zahl der angezeigten Fälle von LGBTI-Gewalt hat sich in den letzten vier Jahren mehr als verdoppelt

In Berlin macht die Polizei mögliche Vorfälle mit einem homo- oder transphoben Hintergrund im Gegensatz zu anderen Polizeibehörden im deutschen Sprachraum gezielt öffentlich. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass Berlin für sexuelle Minderheiten deutlich gefährlicher ist als andere Städte. 

Dabei liegen die hohen Zahlen eher daran, dass in der deutschen Hauptstadt die Kriminalstatistik in diesem Punkt sorgfältiger als woanders geführt wird. So hat die Polizei im Jahr 2016 noch 153 Anzeigen aufgenommen, letztes Jahr waren es bereits 331 – mehr als doppelt so viel. Die Dunkelziffer dürfte dabei viel höher liegen. 

Die Berliner Polizei hat spezielle Ansprechpersonen für diese Hassverbrechen

Opfer von Hasskriminalität auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben. Weiters gibt es bei der Berliner Polizei zwei Ansprechpersonen für LSBTI. Sie sind unter der Telefonnummer +49/(0)30/4664 979 444 erreichbar. 

Mit den eigenen LSBTI-Ansprechpersonen bei Polizei und Staatsanwaltschaft soll sexuellen Minderheiten, die oft ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Erstatten einer Anzeige nach einem Übergriff erleichtert werden.