USA: Zwei wichtige Siege für Trans-Aktivisten

Gerichte schützen Rechte, die von der Politik verweigert wurden

Drew Adams
Lambda Legal

In den USA haben am Freitag zwei Gerichte zugunsten von trans Klägerinnen und Klägern entschieden. Im ersten Fall ging es um den Zugang eines trans Mannes zu einer entsprechenden Toilette, im zweiten Fall um die Eintragung in Geburtsurkunden. 

Ein 19-jähriger trans Mann kämpfte für sein Recht, auf die richtige Toilette gehen zu können

In Atlanta hat ein Bundesberufungsgericht zugunsten des 19-jährigen Drew Adams entschieden. Der 19-jährige hatte seine damalige High School in Florida geklagt, weil sie ihm den Zugang zur Toilette für Burschen verweigerte. 

Nun hat das Gericht diese Entscheidung einkassiert. Zwei der drei beteiligten Richter haben sich dabei auf eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs vom Juni berufen, für den die Diskriminierung sexueller Minderheiten am Arbeitsplatz als Diskriminierung aufgrund des Geschlechts zu sehen sei. 

Gegen die Entscheidung stimmte Chefrichter William H. Pryor Jr. – der von George W: Bush ernannte Jurist erkennt Transsexualität generell nicht an. Er bezeichnete den Kläger in seiner Begründung ala “Frau, die sich als Mann identifiziert”. Es wird erwartet, dass der Oberste Gerichtshof in diesem Fall eine endgültige Entscheidung treffen muss. 

“Ich bin sehr froh, dass die Gerechtigkeit gesiegt hat, nachdem ich meine ganze High-School-Zeit für Gleichbehandlung kämpfen musste”, zitiert die Bürgerrechtsorganisation Lambda Legal den Kläger. Er hoffe, dass andere trans Schülerinnen und Schüler nicht mehr dasselbe durchmachen müssten. 

In Idaho durften trans Menschen ihr Geschlecht in der Geburtsurkunde nicht ändern – das Gericht stoppte das Gesetz

In Idaho hat ein Bundesgericht in erster Instanz ein Gesetz des Bundesstaates gestoppt, dass trans Menschen das Ändern ihres Geschlechts in der Geburtsurkunde verbietet. Dieses Gesetz war von der republikanischen Mehrheit im Parlament beschlossen und vom ebenfalls republikanischen Gouverneur Brad Little unterzeichnet worden. 

Zusätzlich verabschiedete das Parlament ein Gesetz, das es trans Frauen verbietet, an Schulen und Universitäten an sportlichen Wettkämpfen teilzunehmen. Gleich nach dem Beschluss der Gesetze haben Bürgerrechtsorganisationen Klagen angekündigt, weil diese nur durch Transphobie verabschiedet worden waren. 

Auch hier wird erwartet, dass der Fall durch die Instanzen gehen wird. Die Frage, welche Rechte trans Personen bekommen sollten, spielt im gerade laufenden US-Wahlkampf keine unbedeutende Rolle. Die Republikaner versuchen dabei, mit dem Beschneiden dieser Rechte Stimmen im evangelikalen Milieu zu gewinnen-