Schwulenfeindlicher Angriff in Berlin: Gruppe mit Reizgas besprüht

Ein Fahrradfahrer pöbelte eine Gruppe zunächst an, dann kam er mit Reizspray wieder

Polizei Berlin
Symbolbild

In Berlin ist es in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag zu einem mutmaßlich schwulenfeindlichen Angriff gekommen. Das berichtet die Berliner Polizei. Der Angreifer konnte auf einem Fahrrad flüchten. 

In Berlin-Mitte beleidigte ein Mann zunächst eine Gruppe, dann sprühte er Reizgas auf sie

Der Vorfall ereignete sich gegen 0.15 Uhr auf den Stufen der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin-Mitte. Ein Mann auf einem Fahrrad kam zu einer Gruppe mit mehreren Männern und Frauen und bepöbelte die Gruppe ohne Grund. Dabei beleidigte er einen 20-Jährigen schwulenfeindlich.  

Der Unbekannte entfernte sich zunächst von der Gruppe, doch etwa eine Viertelstunde später kam er wieder und versprühte “einen Reizstoff”, wie es in der Pressemeldung der Polizei hieß. Dabei erlitten zwei Männer, 21 und 33 Jahre alt, Reizungen der Augen und Atemwege. Der Unbekannte flüchtete unerkannt auf dem Fahrrad. 

Nun ermittelt der Staatsschutz beim LKA Berlin

Wie bei allen mutmaßlichen Hassverbrechen hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die Ermittlungen übernommen. Nähere Informationen zum Tatverdächtigen sind nicht bekannt. 

Im Gegensatz zu anderen Behörden im deutschen Sprachraum kommuniziert die Berliner Polizei den homo- oder transphoben Hintergrund von Straftaten offen. Für die Opfer von LGBTI-feindlicher Gewalt gibt es auch bei der Berliner Polizei zwei Ansprechpersonen für LSBTI. Sie sind unter der Telefonnummer +49/(0)30/4664 979 444 erreichbar. 

Eigene Ansprechpersonen bei der Polizei sollen mehr Fälle zur Anzeige bringen

Mit den eigenen LSBTI-Ansprechpersonen bei Polizei und Staatsanwaltschaft soll sexuellen Minderheiten, die oft ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Erstatten einer Anzeige nach einem Übergriff erleichtert werden. So soll auch die hohe Dunkelziffer bei diesen Taten reduziert werden. 

Das bringt erste Erfolge: Während im Jahr 2016 bei der Berliner Polizei noch 153 Anzeigen mit LGBTI-feindlichem Hintergrund aufgenommen wurden, waren es letztes Jahr bereits 331. Beim Anti-Gewalt-Projekt Maneo, das die homophoben Angriffe anders und von einer möglichen Rechtsverletzung unabhängig aufnimmt, waren es sogar 559 Fälle.