[Galerie] Anschlag auf das Vereinslokal der RosaLila PantherInnen in Graz

Schaufenster des Lokals wurde von Unbekannten zertrümmert

Zerstörtes Schaufenster
RosaLila PantherInnen

Einen homophoben Angriff hat es in Graz auf das Vereinslokal der RosaLila PantherInnen (RLP) gegeben. Unbekannte haben beide Schaufenster des Vereinslokals in der Annenstraße eingeschlagen und erheblichen Schaden verursacht. Und es war nicht der einzige Anschlag in Graz.

Die feige Tat ereignete sich kurz nach Mitternacht

Nach Informationen von GGG.at hat sich die Tat in der Nacht auf heute, vermutlich in einem Zeitraum zwischen Mitternacht und 0.30 Uhr, ereignet – gegen Mitternacht war das Vereinslokal noch besetzt, eine halbe Stunde später haben die Aktivistinnen und Aktivisten den Anruf von der Polizei bekommen, dass die beiden Scheiben eingeschlagen wurden. Auch die Polizei hat den Vorfall mittlerweile bestätigt.

Nähere Details zu den mutmaßlichen Tätern sind derzeit nicht bekannt, wie auch die Polizei bestätigt. In einem ersten Schritt wurden die zerbrochenen Scheiben mit Stickern notdürftig repariert. Für Joe Niedermayer, Obmann der RosaLila Pantherinnen, ist klar: „Diese feige Tat zeigt, dass noch viel zu tun ist und wir Sichtbarkein brauchen“, sagt er gegenüber GGG.at. 

Ernst-Dziedzic: „Hass auf die LGBTI-Community hat in Österreich nichts verloren“

Schon kurz, nachdem die PantherInnen den Vorfall über Facebook öffentlich gemacht hatten, zeigte sich eine große Welle der Solidarität. „Ich hoffe, dass es hier rasch Aufklärung gibt, ob Hass auf die LGBTI-Community die Motivation für diesen Angriff war. Dieser ist nämlich europaweit im Ansteigen und hat in Österreich nichts verloren“, schrieb Ewa Ernst-Dziedzic, Vorsitzende der Grünen Andersrum, auf Facebook.

„Die RosaLila PantherInnen sind eine der wichtigen Organisationen der Zivilgesellschaft in unserer Menschenrechtshauptstadt. Feige Angriffe wie dieser zeigen leider, dass es genau diese Arbeit auch heute noch braucht. Wir stehen an der Seite der PantherInnen – die LGBTIQ-Community lässt sich nicht unterkriegen!“, meint Anna Robosch, SPÖ-Gemeinderätin und Landesvorsitzende der SoHo Steiermark.

“Das zeigt sehr deutlich, dass in der Stadt der Menschenrechte noch ein sehr weiter Weg hin zu einer offenen und vielfältigen Gesellschaft zu gehen ist. Hass auf die LGBTIA Community ist zutiefst zu verurteilen und hat in Österreich nichts verloren”, meinte der steirische NEOS-Klubobmann Niko Swatek. 

Große Solidarität aus Politik und Community

Doch die kaputte Scheibe ist auch ein großer finanzieller Schaden für die RLP. Hier gibt es ebenfalls erste Hilfe: So haben SPÖ, Grüne, KPÖ und Neos bereits einen finanziellen Beitrag geleistet, um diese klaffende Wunde in der Grazer LGBTI-Community zu beseitigen. 

Spendenmöglichkeiten unter https://www.homo.at/spenden/

„Diese große Solidarität zeigt uns, dass die Mehrheit der Menschen doch anders denkt“, ist Niedermayer im GGG.at-Gespräch trotz allem für die Zukunft hoffnungsfroh. Mittlerweile haben die RLP eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um die durch den Vorfall entstandenen Kosten zu decken. Eines ist für die Aktivistinnen und Aktivisten aber sonnenklar: „Wir machen weiter, bis der Hass ein Ende nimmt!“

Auch die Grazer Synagoge wurde Ziel eines Vandalenaktes

Die schwul-lesbische Arbeitsgemeinschaft Steiermark wurde im Herbst 1991 gegründet und arbeitet auf gemeinnütziger Basis im sozialen, politischen und gesellschaftlichen Bereich, quer durch alle Generationen und Schichten. Seit 1996 betreibt sie das „feel free“, ein Beratungs- und Kommunikationszentrum.

In der Nacht zuvor waren die Synagoge und das Gemeindehaus der Jüdischen Gemeinde Graz ebenfalls zum Ziel eines Vandalenaktes geworden. Ein bisher unbekannter Täter besprühte das historische Ziegelwerk des Gotteshauses sowie die Fassade des benachbarten jüdischen Gemeindehauses mit propalästinensischen Parolen. Dabei entstand erheblicher Sachschaden.