New York ehrt Stonewall-Aktivistin Marsha P. Johnson mit einem Park

Die Freifläche in Brooklyn soll zu einem bunten kulturellen Zentrum werden

Marsha P. Johnson
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Der US-Bundesstaat New York würdigt die Stonewall-Pionierin Marsha P. Johnson. Anlässlich ihres 75. Geburtstages wurde der trans Frau ein Park in Brooklyn gewidmet. Das hat der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo über Twitter bekanntgegeben. So wird der East River State Park in Brooklyn künftig “Marsha P. Johnson Park” heißen.  

„New York ist ihr für ihren Mut zu Dank verpflichtet“

“New York ist ihr für ihren Mut und ihren unermüdlichen Kampf für die Gleichstellung von LGBTIQ zu Dank verpflichtet”, so Cuomo. Damit ist Johnson die erste LGBTI-Person, die mit der Umwidmung eines State Parks geehrt wird. Sie “bekommt erst jetzt die Anerkennung, die sie verdient”, so Cuomo weiter. Der Park liegt direkt am Wasser und bietet einen guten Blick auf die einmalige Skyline von Manhattan. 

In einem Teil des Parks soll ein weitläufiges Freiluft-Denkmal für Marsha P. Johnson entstehen. Es zeigt die Aktivistin mit Megaphon, Trans-Pride-Flagge und verschiedenen Blumen. Diese waren für Johnson charakteristisch. Außerdem soll der Park in ein buntes kulturelles Zentrum verwandelt werden, zu Ehren der Aktivistin soll es auch ein Bildungszentrum geben. Öffentliche Kunstwerke sollen die Geschichte der trans Aktivistin begreifbar machen. 

Ohne Marsha P. Johnson wäre die LGBTI-Bewegung nicht, was sie heute ist

“New York ist der stolze Geburtsort der LGBTQ-Rechte-Bewegung mit dem Stonewall-Aufstand vor mehr als 50 Jahren”, erklärte dazu die New Yorker Vizegouverneurin Kathy Hochul. “Der Marsha P. Johnson State Park ehrt die schwarze trans Frau, die den Kampf für Gleichberechtigung und Gerechtigkeit für alle angeführt hat. Mit der COVID-19-Pandemie und der Black-Lives-Matter-Bewegung müssen wir jetzt mehr denn je den Kampf für LGBTIQ-Gleichheit und Rassengerechtigkeit in unserer Gesellschaft fortsetzen.” 

Marsha P. Johnson war eine der Hauptfiguren bei den “Stonewall Riots”, die von 51 Jahren die moderne LGBTI-Bewegung begründeten. Besucher des “Stonewall Inn”, einer kleinen queeren Bar in der Christopher Street, protestierten gegen Polizeigewalt. Diese Proteste, an denen Johnson maßgeblich beteiligt war, mündeten schließlich in mehrere Tage dauernde Straßenschlachten. 

Bis heute sind die Umstände ihres tragischen Todes nicht geklärt

Danach gründete sie die Gay Liberation Front. Mit ihrer Gruppe STAR setzte sie sich für queere obdachlose Jugendliche ein, mit ihrem Engagement bei Act Up unterstützte sie Aids-Patienten. Sie forderte unablässig Verbesserungen für schwarze trans Frauen in den Vereinigten Staaten. 

Für Johnson selbst kommt diese Ehrung zu spät: Sie wurde nur 46 Jahre alt. Ihre Leiche wurde am 6. Juni 1992 tot im Hudson River gefunden. Lange Zeit wurde ihr Tod als Selbstmord geführt, obwohl Bekannte stets daran zweifelten. Im Jahr 2002 wurde der Fall dann als ungeklärt eingestuft. Die genauen Umstände ihres Todes wurde bis heute nicht aufgeklärt.