Home Politik International Indonesien: Mehr als 50 Männer bei schwuler Sex-Party verhaftet

Indonesien: Mehr als 50 Männer bei schwuler Sex-Party verhaftet

Regierung und Polizei haben die Community immer stärker im Visier

Symbolbild - Pixabay

Bei einer Razzia in einem Hotel in der Hauptstadt Jakarta hat die indonesische Polizei eine „Schwulenparty“ aufgelöst und dabei insgesamt mehr als 50 Männer festgehalten.

Den Organisatoren der Party drohen bis zu 15 Jahre Haft

Neun von ihnen, die die Party organisiert haben sollen, wurden verhaftet. Das hat Polizeisprecher Yusri Yunus der Nachrichtenagentur AP bestätigt. Sie müssen mit einer Anklage rechnen, weil sie gegen das strenge Anti-Pornografie-Gesetz des Landes verstoßen haben. Die Höchststrafe dafür beträgt 15 Jahre Haft und eine Geldstrafe.

47 weitere Teilnehmer an der Party wurden mittlerweile wieder freigelassen. Dem Polizeisprecher zufolge kommen sie alle aus derselben Gegend. Die Behörde prüft nun, ob noch andere Personen in die Altivitäten involviert seien.

Die Lage für sexuelle Minderheiten in Indonesien verschlechtert sich

Homosexualität ist in Indonesien nicht illegal, mit Ausnahme der islamisch-konservativ geprägten Provinz Aceh. In weiten Teilen der konservativen Bevölkerung gilt Homosexualität noch immer als Krankheit. Die Lage für sexuelle Minderheiten hat sich in den letzten Jahren massiv verschlechtert.

Auch, weil Politiker des Landes immer wieder gegen sexuelle Minderheiten hetzen. So wurden in den letzten Jahren unter anderem ein Verbot von Homosexualität oder eine Einstufung als Geisteskrankheit wurde in den letzten Jahren von der Politik vorgeschlagen.

Die Politik hetzt gegen Homosexualität, die Polizei geht mit Razzien gegen die Community vor

Im Februar wurde ein Gesetzesentwurf zur „Stärkung der Famile“ vorgestellt, der Homosexualität als „abweichendes Verhalten“ bestrafen will. Demnach würden „Straftäter“ in staatliche Rehabilitationseinrichtungen kommen, Familienmitglieder könnten Betroffene dafür bei den Behörden melden. 

Die Polizei verfolgt die Community auch mit Razzien, immer wieder gibt es Massenverhaftungen. Menschenrechtsaktivisten zufolge werden – wie auch in diesem Fall – die schwammig formulierten Gesetze gegen Pornografie als Begründung für die Verfolgung herangezogen.

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