Bis zu 2.000 Menschen bei Demo gegen Hass in Wien

Auch die Zerstörerin der Regenbogenflagge war vor Ort - und entschuldigte sich nicht

Dem Hass keinen Platz
Ewa Ernst-Dziedzic/Facebook

Bis zu 2.000 Menschen haben gestern in Wien an einer Solidaritätsdemonstration gegen Homophobie teilgenommen. Auslöser der Demonstration war das Zerreißen einer Regenbogenflagge als “Pädophilensymbol” auf einer Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen. Jene Frau, die auf dieser Veranstaltung die Fahne zerrissen hat, war gestern auch unter den Demo-Besuchern. 

Hoher Mobilisierungsgrad, weil nach dem Zerreissen der Flagge „alle gesagt haben, das geht einfach nicht“

Trotz dem kurzen Zeitraum waren dem Aufruf, an der Veranstaltung unter dem Motto “Dem Hass keinen Platz” teilzunehmen “erstaunlich viele, über 2.000” Personen gefolgt, wie sich die Grüne Menschenrechts- und LGBTI-Sprecherin Ewa Ernst-Dziedzic nach der Veranstaltung freute. 

Es habe einen “hohen Mobilisierungsgrad” gegeben, so die Abgeordnete, „weil schon am Samstag alle gesagt haben, das geht einfach nicht”. Neben Ernst-Dziedzic haben auch die HOSI Wien oder die Vienna Pride zu der überparteilichen Veranstaltung aufgerufen. 

Flaggen-Zerstörerin war auch auf der Demo – aber nicht, um sich zu entschuldigen

Ernst-Dziedzic forderte auf der Veranstaltung die für den Vorfall am Samstag verantwortlichen auf, sich “in aller Form” bei der LGBTI-Community zu entschuldigen. Das hätte jene Frau, die die Fahne auf offener Bühne zerrissen hat, auch gleich machen können – denn Jennifer Klauninger war, wie angekündigt, ebenfalls zu der Demonstration gekommen. 

Allerdings: “Es gab keine Einsicht und auch keine Entschuldigung, dass man da etwas gemacht hat, was auf offener Bühne nichts verloren hat”, so Ernst-Dziedzic, die nach der Kundgebung das Gespräch mit den Verschwörungstheoretikern gesucht hatte, um die Situation zu entspannen. 

„Störversuche“ der Verschwörungstheoretiker?

Während der Veranstaltung hatten Polizisten rund um Klauninger dafür gesorgt, dass es zu keinen Zwischenfällen von dieser Seite kommt. Sie hatte in einem Video angekündigt, mit “Personenschutz” bei der Demo “präsent zu sein”. Nach einer Stunde unter Polizeibegleitung zogen die Corona-Kritiker schließlich ab. 

Dafür gab es, so die Grüne Nationalratsabgeordnete, “auf mindestens zwei Seiten der Demo” Störversuche, bei denen es “sicher zu Zusammenstößen gekommen wäre, wäre die Polizei nicht da gewesen”. 

In einer Aussendung betonten die Organisatoren der Anti-Corona-Veranstaltung dass das Zerreißen der Regenbogenflagge mit “Homosexuellen überhaupt nichts zu tun hatte”, man wollte nur ein “Pädophilensymbol” zerstören – das allerdings gar keines war. “Die sechs Farben in dieser Anordnung sind ganz klar der LGBTIQ-Bewegung zuordenbar”, machte in diesem Zusammenhang auch Ann-Sophie Otte, Obfrau der HOSI Wien klar.