[Video] München soll eine Freddie-Mercury-Straße bekommen

Der Queen-Sänger lebte in der Stadt an der Isar und war dort in der Szene sehr präsent

Freddie-Mercury-Statue
Bernd Brägelmann/Wikimedia - CC BY-SA 3.0

In der Biografie von Freddie Mercury nimmt seine Zeit in München eine ganz besondere Stellung ein: Wohl nie zuvor war er freier, kreativer und lebte sein schwules Leben so offen aus wie an der Isar. Nun widmet die bayerische Landeshauptstadt dem Queen-Sänger eine eigene Straße.

Freddie Mercury zog nachts im Glockenbachviertel um die Häuser

Ab 1979 lebte Freddie Mercury immer wieder in München – zunächst in der Stollbergstraße, dann in der Pestalozzistraße, der Hans-Sachs-Straße oder dem Sebastianplatz. Nachts zog er dann im Glockenbachviertel, dem traditionellen schwulen Viertel der Stadt, um die Häuser. 

Musikalisch entstanden zwischen 1980 und 1986 in München vier stilprägende Queen-Alben in Giorgio Moroders Musicland-Studios. Dort entstanden Hits wie „Another One Bites The Dust“, „Crazy Little Thing Called Love” oder “Play The Game”. Auch Mercurys Solo-Album “Mr. Bad Guy” mit den Hits “Living On My Own” und “I Was Born To Love You” entstand an der Isar.

Die legendäre Party zu seinem 39. Geburtstag bleibt unsterblich

Im Jahr 1985 feierte Freddie Mercury seinen 39. Geburtstag mit einer legendären Party bei „Mrs. Henderson“, einem Schwulenclub in der Rumfordstraße – zwischen der Müllerstraße und der „Deutschen Eiche“. Bekannt wurde die „Mutter aller Parties“, weil Mercury währenddessen das Video zu „Living On My Own“ gedreht hat.

29 Jahre nach dem Tod des Queen-Sängers gedenkt ihm die Landeshauptstadt München

Nun möchte die Landeshauptstadt München dem Queen-Sänger gedenken: 29 Jahre nach dem Tod von Freddie Mercury soll im neuen Kreativquartier zwischen Dachauer Straße und Heßstraße eine Straße nach ihm benannt werden. Nicht nur, weil er in der Münchner Szene sehr präsent war – sondern auch, weil er durch seinen Tod dazu beigetragen hat, dass Aids damals ernst genommen wurde.

„Das wird oft vergessen“, erinnert Thomas Niederbühl von der Rosa Liste in einem Gespräch mit der Münchner Boulevardzeitung tz. Unterstützung für die Freddy-Mercury-Straße kommt von SPD und CSU. „Wir setzen uns schon immer dafür ein, dass Straßen nach Protagonisten benannt werden“, sagt SPD-Stadtrat Nikolaus Gradl. Und der Münchner CSU-Chef Manuel Pretzl sieht die Benennung im Geist einer liberalen Großstadt.

Ein Platz soll nach Romy Schneider benannt werden

Doch Freddie Mercury ist nicht der einzige bekannt Künstler, nach dem eine neue Straße benannt wird. So wird es künftig im Kreativquartier auch einen Romy-Schneider-Platz geben. Die „Sissi“-Darstellerin verstarb 1982. Neben ihrer unvergessenen Darstellung als Kaiserin von Österreich drehte sie 1958 mit „Mädchen in Uniform“ einen frühen Klassiker des lesbischen Kinos.

„Wir erinnern uns doch alle an die Sissi-Filme, die wir Weihnachten geschaut haben. Und wir als Rosa Liste hatten uns ja vor Jahren dafür eingesetzt, dass eine Gedenktafel an der Leopoldstraße angebracht wird, wo die Kaiserin ja geboren wurde“, freut sich auch Niederbühl über den Romy-Schneider-Platz.

Auf dem Areal des Kreativquartiers nordwestlich der Lothstrasse, an der Grenze von Neuhausen zu Schwabing-West, werden Wohnungen, ein Kindergarten und Gebäude für Einrichtungen aus den Bereichen Kultur- und Kreativwirtschaft errichtet. Durch die Nachverdichtung müssen die neuen Straßen geschaffen werden.