Katholische Ärzte für Homo-Heilung? Grünen-Politikerin stellt Strafanzeige

Der Bund Katholischer Ärzte (BKÄ) ist schon in der Vergangenheit aufgefallen

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In Deutschland hat der Bund Katholischer Ärzte (BKÄ) seine öffentliche Unterstützung für „Konversionstherapie“ zurückgezogen – nachdem Ulla Schauws, Sprecherin für Queerpolitik bei den deutschen Grünen, Strafanzeige gegen den Verein gestellt hat.

Homo- und Bisexualität werden als „psychisches Defizit“ bezeichnet

„Mit Entsetzen habe ich auf der Webseite des Bundes Katholischer Ärzte entdeckt, dass dieser für Konversionsbehandlungen wirbt“, so die Politikerin. So habe der BKÄ auf seiner Homepage Homo- und Bisexualität beispielsweise als „psychisches Defizit“ oder „geistig-körperliche Reifungsstörung“ beschrieben. Man wolle „Möglichkeiten zur Behandlung von homosexuellen Störungen und Problemen auf und will dieses Thema aus ärztlich-theologischer Sicht bearbeiten“, so der BKÄ weiter.

Es könne nicht sein, dass sich eine Organisation von Ärztinnen und Ärzten trotz des gesetzlichen Verbots so offen für diese lebensgefährlichen Pseudotherapien ausspreche, so Schauws weiter: „Offensichtlich hat das Gesetz nicht genug abgeschreckt. Es ist darum wichtig und vor allem notwendig, gegen diese Scharlatanerie vorzugehen.“ Sie habe darum gegen die Betreiber der Webseite Strafanzeige erstattet und unter anderem die Bundesärztekammer um die „Einleitung berufsrechtlicher Schritte gebeten“.

Der Bund katholischer Ärzte hat einige Texte auf seiner Homepage angepasst

Nach dem Erstatten der Strafanzeige hat der BKÄ mittlerweile einige Texte auf seiner Homepage geändert. Dort werden die Pseudo-Therapien, die in Deutschland bei Minderjährigen verboten sind, nun nicht mehr erwähnt. Allerdings betont der BKÄ, dass er „nicht schweigen könne“ und „Strafandrohungen“ die Situation nicht ändern könnten, da es „viele medizinische Aspekte“ gebe, die „in den gesetzlichen und berufsrechtlichen Begründungen NICHT erwähnt worden“ seien.

Für Schauws ist das Ändern der Texte ein erster Teilerfolg. „Offensichtlich hat die Strafanzeige vom letzten Freitag Wirkung gezeigt und der Bund Katholischer Ärzte distanziert sich nun von den sogenannten Konversionsbehandlungen, für die sie noch bis zum letzten Wochenende geworben hat“, so die Politikerin. Bereits 2012 war der BKÄ durch ein Flugblatt aufgefallen, in dem zu lesen war, dass Homosexualität mit „klass. Homöopathie“ oder „Seelsorge“ therapiert werden könne.

Geschlechtsangleichungen bei trans Menschen würden „Ursachen in Geist und Seele nicht behandeln“

Neben „Heilungen“ von Homosexualität wendet sich der BKA auch gegen Geschlechtsangleichungen bei trans Menschen. So habe der Verband behauptet, dass medizinische Transitionsprozesse wie Hormonbehandlungen gefährlich sind, „weil sie die Ursachen in Geist und Seele dieser Menschen nicht behandelt“, erklärte Schauws in ihrer Anzeige.

Nun betont der katholische Ärztebund, dass man die „Gender-Ideologie“ nicht anerkennen und trans Menschen stattdessen anders helfen und in „ihrem Leiden nicht allein lassen“ möchte. Was dieser kryptischen Formulierung steckt, ist nicht klar.