Berlin: Lesbisches Paar wurde angegriffen, weil es sich küsste

Der Täter konnte unerkannt entkommen

Polizei Berlin
Symbolbild

In Berlin ist am Donnerstagabend ein lesbisches Paar mitten in der Stadt angegriffen worden, weil es sich geküsst hat. Der Täter konnte unerkannt entkommen, jetzt ermittelt der Berliner Staatsschutz.

Es war am Donnerstag gegen 19.20 Uhr, als die beiden Frauen, 30 und 31 Jahre alt, auf einer Bank am Strausberger Platz im Stadtteil Friedrichshain nichtsahnend saßen und sich küssten.

Zuerst angepöbelt, dann mit Pfefferspray attackiert und mit Flaschen beworfen

Doch das passte einem Unbekannten offenbar nicht: Er pöbelte die beiden Frauen zunächst an. Dann sprühte er Pfefferspray in ihre Richtung, verfehlte sie aber. Das dürfte ihn so wütend gemacht haben, dass er dann auch noch mehrere Glasflaschen auf das Paar warf.

Auch diese verfehlten das Paar und zerschellten am Boden. Die beiden Frauen blieben bei dem Angriff unverletzt. Der mutmaßliche Täter konnte unerkannt flüchten. Nähere Informationen über den Mann liegen nicht vor. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin hat, wie bei allen mutmaßlichen Hassverbrechen, die Ermittlungen übernommen.

Die Berliner Polizei hat auch eigene Ansprechpersonen für sexuelle Minderheiten

In Berlin macht die Polizei mögliche Vorfälle mit einem homo- oder transphoben Hintergrund gezielt öffentlich, im Gegensatz zu den meisten anderen Großstädten im deutschen Sprachraum. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass Berlin für sexuelle Minderheiten deutlich gefährlicher ist als andere Gegenden. 

Opfer von Hasskriminalität können auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben. Weiters gibt es bei der Berliner Polizei zwei Ansprechpersonen für LSBTI. Sie sind unter der Telefonnummer +49/(0)30/4664 979 444 erreichbar. 

Zahl der Strafanzeigen wegen LGBTI-feindlicher Hasskriminalität steigt an

Mit den eigenen LSBTI-Ansprechpersonen bei Polizei und Staatsanwaltschaft soll sexuellen Minderheiten, die oft ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Erstatten einer Anzeige nach einem Übergriff erleichtert werden. Das soll die hohe Dunkelziffer bei diesen Taten langfristig senken. 

Die Strafanzeigen wegen LGBTI-feindlicher Hasskriminalität steigen in Berlin stetig an: So hat die Polizei im Jahr 2016 noch 153 Anzeigen aufgenommen, letztes Jahr waren es bereits 331 – mehr als doppelt so viel. Das liegt aber auch daran, dass in Berlin die Statistik in diesem Punkt sehr sorgfältig geführt wird.