19-Jähriger sticht Mitbewohner nieder: Homophobie als Motiv?

Zuerst beleidigt, dann geschlagen und mit einem scharfen Gegenstand schwer verletzt

Polizei Berlin
Symbolbild

In Berlin-Pankow wurde ein 45-Jähriger von seinem Mitbewohner durch Schläge und Messerstiche schwer verletzt. Die Polizei konnte den tatverdächtigen 19-Jährigen festnehmen – das Motiv für die Tat könnte Schwulenhass sein.

Der schwer betrunkene 19-Jährige beleidigte den Mann zunächst, dann wurde er handgreiflich

Der Vorfall ereignete sich in der Nacht zum Donnerstag gegen 1.20 Uhr früh in und vor einem Wohnheim in der Berliner Straße. Dem Berliner Kurier zufolge hat der schwer betrunkene jüngere Mann den 45-Jährigen zunächst schwulenfeindlich beleidigt.

Bei der darauffolgenden Auseinandersetzung soll er den Älteren erst geschlagen und dann mit einem scharfen Gegenstand angegriffen haben. Nach Informationen der Boulevardzeitung erlitt das Opfer dabei Schnittverletzungen an Kopf und Nacken.

Das Opfer musste im Krankenhaus notoperiert werden

Der Schwerverletzte soll sich nach dem Angriff in die Granitzstraße geschleppt haben. Alarmierte Notfallsanitäter und ein Notarzt sollen den 45-Jährigen dort erstversorgt und dann ins Krankenhaus gebracht haben. Dort musste er aufgrund der Schwere der Verletzungen sofort notoperiert werden. 

Den mutmaßlichen Täter konnte die Polizei vor einem Reisebüro in der Nähe des Wohnheims festnehmen. Eine Alkoholkontrolle ergab einen Wert von 1,4 Promille. Er wurde in Polizeigewahrsam gebracht, dort wird seine Identität festgestellt.

Der Staatsschutz prüft einen homophoben Hintergrund der Tat

Nun prüft die Polizei, ob die Voraussetzungen für einen Haftbefehl vorliegen. Ein Fachkomissariat der Polizeidirektion 1 ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung. Nähere Informationen über das Opfer oder den mutmaßlichen Täter liegen nicht vor.

Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt (LKA) Berlin untersucht gleichzeitig, ob es sich um eine vorurteilsmotivierte homophobe Tat handeln könnte. Ist das der Fall, übernimmt das LKA die Ermittlungen.