Zweiter Corona-Lockdown legt die Szene komplett lahm

Fast die gesamte LGBTI-Infrastruktur muss vorübergehend schließen

Sujetbild: Leere Bar
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Seit heute gilt in Österreich ein neuer Teil-Lockdown – und dieser hat auch gravierende Auswirkungen auf die Community. Diese ist im November praktisch auf null heruntergefahren. Welche Auswirkungen das langfristig auf die LGBTI-Infrastruktur haben wird, ist noch nicht abzusehen.

Die meisten Safe Spaces – ob Bar oder Sauna – müssen im November schließen

Denn was für die einen einfach nur eine Schwulen- oder Lesbenbar ist, in der man gut abfeiern kann, ist für andere ein Ort, in dem sie sein können, wer sie sind – abseits von Zwängen in der Familie oder am Arbeitsplatz. Deshalb sind diese speziellen Plätze für sexuelle Minderheiten nach wie vor wichtig.

Doch die meisten dieser Orte müssen durch die aktuellen Corona-Bestimmungen im November schließen. Bars und Restaurants ohne Take-Away dürfen derzeit genauso wenig aufsperren wie beispielsweise Saunen. So haben sich auf Facebook schon etliche Lokale für die nächsten viereinhalb Wochen von ihren Stammgästen verabschiedet.

HOSI Wien sperrt vorübergehend das Gugg, auch Privattreffen von den Regeln betroffen

Die HOSI Wien hat angekündigt, das Gugg im November komplett zu schließen. Das betrifft sowohl das Veranstaltungszentrum als auch das Café. In dieser Zeit finden auch keine Gruppentreffen statt, das Büro ist ausschließlich telefonisch oder per Mail erreichbar.

Auch Privattreffen sind aufgrund der Ausgangsbeschränkungen erschwert: Zwischen 20.00 und 6.00 Uhr sollte man ausschließlich in der eigenen Wohnung sein, eine Ausnahme gibt es für Lebenspartner, mit denen man nicht zusammen wohnt. Im öffentlichen Raum dürfen sich tagsüber nur noch maximal sechs Personen aus höchstens zwei Haushalten treffen.

Die Sportsauna muss ihre Wiedereröffnung verschieben

Besonders bitter ist der Lockdown beispielsweise für die Sportsauna. Diese sollte am 13. November eigentlich wieder aufsperren, nachdem sie aufgrund der U-Bahn-Bauarbeiten mehr als zwei Monate geschlossen war. Nun verschiebt sich die Wiedereröffnung durch den Lockdown um mindestens drei Wochen.

Was – zumindest für die schwule Community – bleibt, sind Geschäfte wie beispielsweise die Buchhandlung Löwenherz, das Gayte oder der Boner Store. Diese bieten auch schon bisher zusätzlich ihrem herkömmlichen Angebot einen Treffpunkt für ihre Gäste an – es ist einer der letzten, den es derzeit in Wien gibt.