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31-Jähriger plante Anschlag auf Amsterdam Pride

Dschihadist oder psychisch kranker Mann? Nun entscheidet das Gericht

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Bereits im August hat die niederländische Polizei einen mutmaßlich psychisch kranken Mann verhaftet, der unter anderem einen Anschlag auf die Pride in Amsterdam geplant haben soll. Am Freitag muss er deswegen vor Gericht erscheinen, berichtet unter anderem die Tageszeitung Het Parool.

Er brauche ein Maschinengewehr „für die Gay Pride Parade“, schrieb er auf Twitter

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 31-jährigen Tashin E. die Planung eines terroristischen Angriffs vor. Er soll mit Al-Kaida und dem Islamischen Staat sympathisiert haben. Die Polizei fand bei ihm Dokumente über „dschihadistische Ideen“.

Auf Twitter fragte er, ob jemand ein AK-47 Maschinengewehr hätte, das er ihm verkaufen könne, weil er es „für die Gay Pride Parade braucht“. Wie weit diese Pläne waren, wird einer der Punkte sein, die vor Gericht diskutiert werden – die Bootsparade in Amsterdam ist dieses Jahr durch Corona abgesagt worden.

Auch soll er versucht haben, ein nachgemachtes Jagdgewehr zu kaufen. An der Türe seines Hauses wollte er eine Selbstschussanlage mit einer Armbrust installieren.

Er soll weiters online nach Chemikalien gesucht haben, aus denen man Sprengstoff machen kann. Auf der Chat-Plattform Discord soll er dann mit diesem Wissen offen angegeben haben. So soll er erwähnt haben, mit welchen Stoffen er eine Bombe bauen wollte.

Der 31-Jährige soll es auch auf Juden und Polizisten abgesehen haben

Der Staatsanwaltschaft zufolge hatte es der 31-Jährige in Amsterdam auch auf Juden und Polizisten abgesehen. Auf Twitter soll er das Video eines Spiels gepostet haben, bei dem jemand erschossen wurde. Er kommentierte das mit „Jude gefunden“ und schrieb: „Manchmal, wenn ich auf der Straße gehe, hätte ich dazu Lust“.

Über WhatsApp verbreitete er außerdem Nachrichten, in denen er schrieb, Polizisten seien „Krebs-Stinktiere“, die „ein paar Kugeln in der Stirn“ bräuchten, und „dieser Tag wird kommen“ – begleitet von einem lächelnden Emoji.

Seit seiner Festnahme ist der Tashin E. in Untersuchungshaft. Am Freitag muss er sich nun einer Anhörung vor Gericht stellen. Er hatte noch immer Bewährung: Weil er einen Zünder gebastelt hatte, war er kürzlich in Haft. Als die Polizei nun wieder auf ihn aufmerksam wurde, war er bereits unter Aufsicht.

Für seine Anwältin ist der 31-Jährige unschuldig

Seiner Anwältin zufolge ist der 31-Jährige unschuldig. Er hätte keine konkreten Anschlagspläne gehabt. „Mein Mandant hat eine autistische Störung und eine Faszination für Waffen und Krieg. Wenn es ihm nicht gut geht, flammt das Trauma wieder auf“, erklärte Inge Raterman.

„Er macht alles sehr offen und hat beispielsweise der Bewährungshilfe auch Enthauptungsvideos geschickt – aber gleichzeitig auch geschrieben, dass er niemals einen Anschlag durchführen würde“, so die Anwältin: „Die zentrale Frage im Prozess wird sein, ob wir meinen Mandanten als potenziellen Attentäter sehen oder als Burschen, der aufgrund seiner psychischen Probleme Dinge schreibt und postet“.

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