Home Politik International US-Wahl: 28 Prozent der Community wählten Donald Trump

US-Wahl: 28 Prozent der Community wählten Donald Trump

Im Vergleich zur letzten Wahl hat sich dieser Anteil fast verdoppelt

Donald Trump mit Regenbogenflagge
Archivbild - Colorado Log Cabin Republicans

Mehr als ein Viertel der LGBT-Wählerinnen und Wähler haben bei der US-Präsidentenwahl Amtsinhaber Donald Trump gewählt – trotz dessen extrem minderheitenfeindlicher Politik. Das geht aus der Nachwahlbefragung, der Exit Poll, hervor.

Trump hat in diesem Wählersegment stark aufgeholt

Demnach haben 28 Prozent jener Wähler, die sich selbst als schwul, lesbisch, bisexuell oder trans definierten, für Trump gestimmt, die Mehrheit von 61 Prozent war für seinen Demokratischen Herausforderer Joe Biden.

Damit hat Trump in den letzten vier Jahren in diesem Wählersegment ordentlich aufgeholt: Bei der letzten Präsidentschaftswahl stimmten nur 16 Prozent der LGBT-Wählerinnen und Wähler für ihn, und 78 Prozent für Hillary Clinton. Er hat seinen Stimmenanteil als fast verdoppelt.

Das liegt deutlich über den Zahlen, die vor einem Monat von der LGBTI-Organisation GLAAD veröffentlicht wurden: Ihr zufolge wollten nur 18 Prozent der LGBT-Wähler für den Amtsinhaber stimmen. Insgesamt machen LGBT-Wählerinnen und Wähler sieben Prozent Gesamtwählerschaft aus.

Zuletzt haben die Republikaner aktiv um LGBT-Stimmen geworben

Zuletzt haben die Republikaner aktiv um die Stimmen schwuler Wähler und lesbischer Wählerinnen gebuhlt: So haben sowohl First Lady Melania Trump als auch der offen schwule Ex-Botschafter Richard Grenell gezielt um die Stimmen der Community geworben. Grenell bezeichnete Trump, der sich immer gegen die Ehe-Öffnung ausgesprochen hatte, beispielsweise als „schwulenfreundlichsten Präsidenten in Amerikas Geschichte“.

Die Exit Poll im Umfeld der Präsidentschaftswahl wird seit rund 20 Jahren vom renommierten Umfrageinstitut Edison Research durchgeführt. Befragt werden dafür 15.590 Personen beim Verlassen des Wahllokals. Auftraggeber ist ein Medienkonsortium, zu dem Agenturen wie AP oder Fernsehsender wie CBS, ABC, NBC, Fox News oder CNN gehören. Auch ausländische Medienunternehmen wie die deutsche ARD beteiligen sich an der Umfrage.