Home News Chronik Berlin: Wurde vermisster Monteur zum Opfer eines Kannibalen?

Berlin: Wurde vermisster Monteur zum Opfer eines Kannibalen?

Am 8. November wurden Knochenteile des Vermissten im Wald gefunden

Polizei Berlin

Eine dramatische Wende gibt es bei der Suche nach dem 44-jährigen Stefan T.: Wie nun bekannt wurde, hat die Polizei bereits am 8. November in einem Wald im äußersten Norden Berlins Knochenteile gefunden, die mittlerweile dem Vermissten zugeordnet werden konnten. Ein Tatverdächtiger ist bereits in Untersuchungshaft.

Am 5. September verließ er seine WG – offenbar, um zu einem Date zu gehen

Stefan T. wurde das letzte Mal am 5. September gesehen, als er seine Wohngemeinschaft in Berlin-Lichtenberg verlassen hatte. Da er verschiedene Dating-Plattformen nutzte, um sich mit Männern und Frauen zu treffen, gab es den Verdacht, dass er während eines Dates zum Opfer eines Verbrechens wurde. Seine WG meldete ihn schließlich vermisst, die Polizei suchte ihn öffentlich.

Diese Befürchtung hat sich nun bewahrheitet: Die Polizei vermutet nach der Sicherung von umfangreichen Chat-Protokollen einer schwulen Plattform, dass sich Stefan T. mit Stefan R., einem 41 Jahre alten Sekundarschullehrer für Mathematik und Chemie aus Berlin-Pankow, getroffen hatte.

Untersuchungshaft gegen den Hauptverdächtigen

Ein Richter hat gegen den Lehrer am Donnerstagabend einen Haftbefehl wegen Sexualmordes aus niedrigen Beweggründen erlassen. Medienberichten zufolge gibt es den Verdacht, dass Stefan R. kannibalistische Tendenzen hat. So soll er in entsprechenden Internet-Foren unterwegs gewesen sein, auch Spuren auf den gefundenen Knochen sollen darauf hinweisen.

Da bereits zuvor ein Verbrechen vermutet wurde, hatte die Mordkommission des Landeskriminalamtes die Ermittlungen übernommen. Diese führten schließlich zu dem 41-jährigen Lehrer. Dabei wurden unter anderem auch Personen- und Leichenspürhunde eingesetzt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin wollte sich zu Einzelheiten des Falles nicht äußern. 

Erinnerungen an vergangene Fälle werden wieder wach

Der Fall erinnert an den „Kannibalen von Rotenburg“ aus dem März 2001, als ein damals 39-Jähriger einen 43 Jahre alten Ingenieur aus Berlin kastriert, getötet und teilweise verspeist hatte – vor laufender Kamera und nach Angaben des Täters mit dem Einverständnis des Opfers.

Im Jahr 2004 hatte ein Nachahmungstäter aus Berlin-Neukölln in einem Internetforum einen „Mann, der sich als Festbraten zur Verfügung stellt“ gesucht – und auch ein Opfer gefunden. Ein Musiklehrer meldete sich, die beiden Männer trafen sich zu SM-Sex, bei dem Verletzungen verabredet waren, nicht aber die Tötung. Davor, sein Opfer zu verspeisen, schreckte der damals 41-Jährige aber in letzter Konsequenz zurück.

Im Jänner 2012 hatte ein damals 44-jähriger Arbeitsloser einen Bank-Mitarbeiter, den er über eine Dating-Plattform kannte, bei einer SM-Session getötet und dessen Leiche zerstückelt und teilweise gekocht. Bevor ihn die Polizei fassen konnte, schnitt er sich die Pulsadern auf – und rief dann den Notarzt. Er wurde zu 39 Monaten Haft verurteilt.

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