Nachsitzen wegen lackierter Nägel: 17-jähriger Bursche wehrt sich gegen Sanktionen

Doch seine High School im Westen von Texas denkt nicht daran, einzulenken

Trevor Wilkinson
Trevor Wilkinson/Instagram

Für Unverständnis sorgt die Entscheidung einer High School in Texas, einen 17-jährigen Schüler nachsitzen zu lassen, weil er seine Nägel lackiert hatte: Trevor Wilkinson muss so lange außerhalb der regulären Unterrichtszeit in der Schule bleiben, bis der Nagellack wieder ab ist. Nun wehrt er sich dagegen.

In Wilkinsons High School in Texas dürfen nur Mädchen Nagellack tragen

Denn Mädchen dürfen an der Schule Nagellack tragen, Burschen bleibt er verwehrt. Deshalb hat der offen schwule Schüler aus Clyde, einer etwa 270 Kilometer von Dallas entfernten Kleinstadt, letzte Woche auf der Plattform change.org eine Petition gegen die Entscheidung der Schule gestartet. 

„Helft mir zu zeigen, dass es okay ist, sich selbst auszudrücken“, rief er seine Unterstützer auf. Mit Erfolg: Unter dem Motto „Allow males to wear nail polish“ – also „Erlaubt Männern das Tragen von Nagellack” – hat er mittlerweile bereits mehr als 175.000 Unterschriften gesammelt.

Nach Geschlechtern getrennte Kleiderordnungen nennt Wilkinson „besonders unfair“

„Stellt euch vor, eure Schule erlaubt Burschen nicht, ihre Nägel anzumalen, und lässt sie deswegen nachsitzen. Und die gesamte Schulleitung hat damit kein Problem. Homophob und sexistisch? Willkommen im Westen von Texas“, erklärt Trevor Wilkinson auf Twitter seine Motive für diesen Kampf.

https://twitter.com/trevvowilkinson/status/1333464079453851648

Die nach Geschlechtern getrennten Kleiderordnungen, die nur Mädchen Nagellack und Make-up erlauben, nennt der 17-Jährige „besonders unfair“. Schließlich drücke er mit den lackierten Nägeln nur seine Identität aus, so Wilkinson. „Ich sollte keine Probleme bekommen, nur weil ich meine Nägel machen lasse“, erklärt er.

Die High School kündigt sogar noch schärfere Konsequenzen für den mutigen Schüler an

Die High School möchte sich zu dem Thema bis jetzt nicht äußern. Gegenüber dem US-Sender NBC meinte ein Sprecher der Schule lediglich, man überprüfe derzeit die Kleiderordnung. Dass Wilkinson noch immer nachsitzen muss, verteidigt der Sprecher der Schule hingegen.

Ein „nichtkonformer Schüler“ würde so lange bestraft, bis er sich wieder an die Kleiderordnung halte. Und: Die Strafen „könnten mit der Zeit verschärft werden“, drohte der Sprecher der High School sogar an.

Doch zahlreiche Unterstützer von Wilkinson in aller Welt sehen das offenbar anders. „Ihr seid alle unglaublich“, bedankte sich der 17-Jährige am Sonntag bei ihnen. In der Sache will er nicht nachgeben: „Ruft weiterhin an und schreibt Emails!“, fordert er seine Anhänger weiterhin um Unterstützung bei der Schulleitung auf.