Pete Buttigieg soll der erste offen schwule Minister der USA werden

Pete Buttigieg
Gage Skidmore/Flickr - CC BY-SA 2.0

Der künftige US-Präsident Joe Biden will Partei-Newcomer Pete Buttigieg zum Verkehrsminister machen. Das teilte Bidens Team am Dienstagabend mit. Damit wird der 38-Jährige, wenn er in seinem Amt bestätigt wird, der erste offen homosexuelle Bundesminister der Vereinigten Staaten.

Bei den Vorwahlen der Demokraten konnte sich Buttigieg profilieren

Bei den Vorwahlen der Demokratischen Partei hatte der ehemalige Bürgermeister der 100.000-Einwohner-Stadt South Bend in Indiana für etliche Achtungserfolge gesorgt. Als Verterter der politischen Mitte führte er zu Beginn zeitweise sogar das parteiinterne Bewerberfeld an. Während der Vorwahlen gewann er enorm an Profil und Bekanntheit. Nach seinem Rückzug unterstützte er Joe Biden.

Medienberichten zufolge strebte Buttigieg eigentlich nach dem Amt des US-Botschafters bei den Vereinten Nationen. Doch hier spielte Biden eine sichere Karte aus und nominierte die erfahrene Karrierediplomatin Linda Thomas-Greenfield. Danach gab es Gerüchte, dass Biden Buttigieg als Botschafter nach China schicken würde, doch die Unterstüzter des 38-Jährigen haben sich dafür eingesetzt, dass er einen hochrangigen Kabinettsjob bekommt.

Das Verkehrsministerium könnte an Wichtigkeit dazugewinnen

Buttigieg bezeichnete die Entscheidung als „großartige Gelegenheit“, Jobs zu schaffen, den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen und gleiche Rechte für alle zu fördern. Als Verkehrsminister reguliert er unter anderem den Luft- und Straßenverkehr sowie öffentliche Verkehrsmittel.

Das Verkehrsministerium gilt im US-Kabinett zwar als eher glanzlos, könnte unter Joe Biden aber extrem wichtig werden: Weil die Infrastruktur in den USA vielerorts marode ist, dürfte es ein großes Investitionsprogramm geben, das Buttigieg dann verantworten würde. Der künftige US-Verkehrsminister hat sich bereits öffentlich zum Ziel bekannt, die Vereinigten Staaten bis 2050 klimaneutral zu machen – und sein Ministerium ist für die meisten klimaschädlichen CO2-Emissionen der USA verantwortlich.

HRC: Nominierung von Buttigieg ist „historisch“

Lob für die Entscheidung, Pete Buttigieg zum US-Verkehrsminister zu machen, kommt von der Human Rights Campaign (HRC), der größten LGBTI-Bürgerrechtsorganisation der Vereinigten Staaten. Buttigieg habe der Community eine Stimme gegeben. Seine Nominierung sei „historisch“, so HRC-Präsident Alphonso David: „Seine Stimme als Verfechter der LGBTQ-Gemeinschaft im Kabinett wird Biden helfen, unsere Nation besser, stärker und gleichberechtigter als zuvor wieder aufzubauen“, fügte er hinzu.

Pete Buttigieg studierte an mehreren renommierten Universitäten und arbeitete als Unternehmensberater bei McKinsey, bevor er in die Regionalpolitik wechselte. Neben Englisch spricht er sieben weitere Sprachen teils fließend: Französisch, Spanisch, Italienisch, Maltesisch, Norwegisch, Dari und Arabisch. Er war acht Jahre lang Bürgermeister von South Bend, ehe er dieses Amt zugunsten einer Karriere in der Bundespolitik aufgab. Im Jahr 2014 pausierte er seinen Bürgermeisterjob, um sieben Monate lang für die Navy in Afghanistan zu dienen.