Party trotz Corona: Schwules Party-Boot sinkt in Mexiko

Symbolbild: Gaybar
Wikimedia/CC BY-SA 4.0

Karma kann manchmal eine große Schlampe sein: Diese Erfahrung mussten etwa 60 schwule Männer machen, die – trotz strenger Corona-Beschränkungen – den Jahreswechsel ziemlich unbekleidet in einem Katamaran nahe der mexikanischen Party-Metropole Puerto Vallarta feierten. Denn am Neujahrstag gegen 17.00 Uhr ist das Partyboot gesunken, wie unter anderem das US-Magazin Newsweek berichtet – und auf zahlreichen Twitter-Accounts zu sehen ist.

Auf dem Rückweg begann der Katamaran zu sinken

Das Boot war gerade auf dem Weg zurück ans Ufer, als es zu sinken begann. „Ich glaube, die Crew wusste einfach nicht, wie man den Katamaran sicher steuert, die See war nicht besonders rau, noch war es sehr windig“, sage Emilio Blanco, ein Passagier aus Chicago, dem lokalen LGBT-Medium Out and About PV.

„Ich habe zumindest zehn kleine Boote gesehen, die zu Hilfe kamen. Ich bin in ein privates Boot gesprungen, dessen Eigentümer hilfsbereit genug waren, ihren Kapitän zu schicken um zu helfen. Es war eine ziemlich angsteinflößende Situation“, so Blanco weiter.

Go-Go-Boys, Freigetränke und nackte Körper für 150 Euro

Organisiert wurde der Trip vom Kreuzfahrtanbieter PV Delice Party Cruise, der sich auf schwule Klientel spezialisiert hatte. Für 120 bis 150 Dollar gab es eine Party mit gratis Getränken und eine Beach-Party mit einem Live-DJ, Gogo-Boys und „optionaler Kleidung“.

Hinter der Veranstaltung stand Jeffrey Sanker, Veranstalter der größten Circuit-Parties der USA. Er hatte die Veranstaltung ursprünglich in Palm Springs geplant und wollte sie wegen der strikten Corona-Regeln absagen, gab dann aber bekannt, sie woanders durchführen zu wollen.

Der Veranstalter umging durch einen Ortswechsel die strengen Bestimmungen

Als das Tourismusbüro von Puerto Vallarta davon erfuhr, untersagten sie die Veranstaltung. Sanker übersiedelte die Party kurzfristig deshalb einige Kilometer weiter nach Nuevo Vallarta, das in einem anderen mexikanischen Bundesstaat liegt – mit anderen Corona-Beschränkungen. Die Besucher wurden angewiesen, außerhalb „festgelegter Zonen“ keine Fotos oder Videos zu machen.

Nun werden die vor allem aus den USA stammenden Feiernden für ihren Trip nach Mexiko stark kritisiert: Das LGBTI-Leitmedium Washington Blade meinte, Sanker habe einen „Super-Spreader“-Event organisiert.  In Sozialen Netzwerken werden die Teilnehmer unter anderem als „Covidioten“ bezeichnet.

Schließlich wären die Krankenhäuser in Puerto Vallarta durch Covid-Patienten nahezu vollständig ausgelastet. Deshalb gibt es auch in Puerta Vallarta strenge Corona-Bestimmungen: So dürfen sich nicht mehr als acht Personen treffen, Bars müssen um 19.00 Uhr schließen. Die US-Seuchenschutzbehörde CDC stuft Mexiko als Gebiet mit einem „sehr hohen“ Risiko ein und rät von allen Reisen in das Land ab.