Wollte Grenzpolizist Penisfoto als Beweis für schwule Partnerschaft?

Der Beamte glaubte dem Schweizer nicht, dass er in Konstanz seinen Freund besuchen wollte

Symbolbild: Zollstelle Konstanz
Symbolbild - Adobe Stock

Während des Corona-Lockdowns gelten in vielen Ländern besondere Regeln für die Einreise. In Deutschland müssen beispielsweise unverheiratete Partner ihre Beziehung an der Grenze nachweisen. Dabei soll ein albanisch-stämmiger Schweizer eine böse Überraschung erlebt haben, wie die Tageszeitung 20 Minuten berichtet.

Plötzlich sollen die gemeinsamen Erklärungen des Paares nicht mehr gereicht haben

Denn als der Mann am letzten Samstag seinen Freund in Konstanz am Bodensee besuchen wollte, sollen dem deutschen Grenzbeamten die schriftlichen Erklärungen des Paares, die bis jetzt immer gereicht haben, nicht mehr ausgereicht haben. Er wollte ein Foto des Paares sehen, erinnert sich der Schweizer.

Als der Mann fragte, ob das wirklich nötig sei, soll der Grenzbeamte laut geworden sein: „Er schrie mich an, dass ich in die Schweiz zurückfahren kann, wenn es mir nicht passt. Ich war total perplex und stand unter Druck.“, berichtet der Mann 20 Minuten.

Auch ein gemeinsames Foto vor dem Eiffelturm war für den Beamten kein Beweis

Doch viele gemeinsame Fotos hat der Mann nicht auf seinem Handy – er ist zu Hause nicht geoutet: „Meine Eltern sind strenggläubige Muslime, das würden sie nie verstehen“, erklärt er. Als er nach langer Suche ein gemeinsames Foto vor dem Pariser Eiffelturm fand, soll das dem Beamten nicht gereicht haben – er verlangte mehr Bilder, erinnert sich der Mann.

Doch auch diese sollen den Zöllner auch nicht von der Beziehung des Paares überzeugt haben. „Selbst ein Foto meines Partners in Unterwäsche genügte nicht als Beweis“, erinnert sich der Mann. Das habe ihn nervös gemacht. „Ich stand so unter Druck, dass ich keinen anderen Ausweg sah, als dem Zöllner ein Bild zu zeigen, auf dem mein Gesicht und der Penis meines Freundes darauf zu erkennen ist“, erinnert er sich.

Erst ein intimes Foto des Paares soll den Beamten zufriedengestellt haben

Erst dann soll sich der Beamte zufrieden gegeben haben. „Ich fühle mich so dreckig und bloßgestellt – als wäre ich ein Mensch zweiter Klasse“, ärgert er sich – und fragt sich, ob der Beamte bei einem heterosexuellen Paar auch so gehandelt hätte. „Ich stehe noch immer unter Schock und kann nicht fassen, was mir widerfahren ist“, so der Betroffene einige Tage später gegenüber der Zeitung.

Der Mann hat beim zuständigen Hauptzollamt in Singen Beschwerde eingereicht. Dort heißt es, die Kontrolle sei am Samstag nicht von Beamten der Zollverwaltung durchgeführt worden, sondern von der Bundespolizei. Dort hat man sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert.

Roman Heggli, Geschäftsleiter von Pink Cross, dem Schweizer Dachverband für schwule und bisexuelle Männer, ist empört. „Es darf nicht sein, dass jemand zu so etwas gedrängt wird“, betont er im Gespräch mit 20 Minuten. Er erwarte von den deutschen Behörden, dass der Fall aufgeklärt werde und es intern entsprechende Konsequenzen gibt.