Biden will schon heute Trumps Trans-Verbot im US-Militär kippen

Schnelle Entscheidungen zum Wohle des Landes und der trans Community

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Der neue US-Präsident Joe Biden will wieder trans Rekruten beim Militär zulassen. Ein derzeit geltendes Verbot, das sein Vorgänger Donald Trump auch gegen interne Widerstände erlassen hatte, könnte bereits heute gekippt werden. Das berichten mehrere US-Medien unter Berufung auf interne Quellen.

Keine neuen trans Rekruten nach Trumps Erlass

Trumps Vorgänger Barack Obama hatte 2016 die US-Streitkräfte für trans Personen geöffnet – doch 2019 später hatte Trump diese Öffnung dann wieder rückgängig gemacht. Dagegen haben auch hochrangige Militärs protestiert, die nicht auf die Leistung der trans Soldat:innen verzichten wollten.

Unter Trump durften trans Soldat:innen, die bereits in den Streitkräften waren, zwar weiter dienen – neue trans Rekrut:innen durften aber unter anderem nur unter jenem Geschlecht in die Streitkräfte der Vereinigten Staaten aufgenommen werden, das bei ihrer Geburt festgestellt wurde. Auch übernahm das Militär nicht mehr die Kosten für geschlechtsangleichende Behandlungen.

Bei seinem ersten Termin mit dem neuen Verteidigungsminister will Biden ein Zeichen setzen

Das will Biden nun wieder ändern: Wie der US-Sender CBS berichtet, soll Biden bereits heute bei einer Zeremonie mit dem frisch vom Senat bestätigten Verteidigungsminister Verteidigungsminister Lloyd Austin ein Dekret unterzeichnen, das Trumps Trans-Bann außer Kraft setzt. Das Dekret soll auch alle Gattungen der Streitkräfte dazu verpflichten, einen Umsetzungsplan für die Einbeziehung von trans Personen zu erstellen.

Eine offizielle Stellungnahme des Weißen Hauses dazu liegt derzeit nicht vor. Allerdings hat Biden bereits im Wahlkampf wiederholt angekündigt, das Verbot für trans Personen, in den Streitkräften zu dienen, aufzuheben. Auch der neue Verteidigungsminister hatte in seiner Senats-Anhörung ein Ende des Verbots angekündigt.

Wer dienen kann und dienen will, soll es auch dürfen, sagt der Minister

„Ich glaube wirklich, wenn man fit ist, qualifiziert zu dienen und man die Standards erfüllt, sollte es auch erlaubt sein zu dienen“, so Austin am 19. Jänner vor der Parlamentskammer: „Und sie können erwarten, dass ich das durchgängig unterstützte.“

Schon die Ankündigung sorgt für Lob. „Das Verbot für trans Personen, im Militär zu dienen, ist wichtig für trans Armeeangehörige und Veteran:innen, aber auch für jeden, der eine Zukunft ohne Diskriminierung möchte“, twitterte etwa das National Center for Transgender Equality am Sonntag: „Wir sind stolz, mit dem Biden-Team und so vielen unermüdlchen trans Anwält:innen daran gearbeitet zu haben.“