Kranz zum Gedenken an LGBTI-Opfer des Nazi-Terrors zerstört

Die Polizei konnte den mutmaßlichen Zerstörer schnell finden

Mahnmal für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus
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In Berlin ist am Sonntagabend ein Gedenkkranz für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus zerstört worden. Der Kranz war am 27. Jänner, dem Holocaust-Gedenktag, von LGBTI-Aktivist:innen an der Gedenktafel vor der U-Bahn-Station Nollendorfplatz abgelegt worden. Die Polizei konnte den mutmaßlichen Täter schnell ermitteln.

Ein Fahrgast beobachtete den Vandalenakt und rief die Polizei

Wie die Polizei heute, Montag, mitgeteilt hat, hatte ein Fahrgast am Sonntag gegen 20.00 Uhr den Notruf gewählt: Er hatte einen Mann beobachtet, der den Kranz abgerissen und beschädigt haben soll. Beamte eines Streifenwagens hielten Nachschau und fanden dabei den zerstörten Kranz dann vor dem Stationsgebäude.

Während des Einsatzes wurden die Beamten von Bediensteten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) angesprochen: Ein stark alkoholisierter Mann sei auf einem der Bahnsteige gestürzt und habe sich dabei verletzt. Auf den 41-Jährigen passte allerdings auch die Täterbeschreibung.

Ein 41-jähriger Betrunkener ist tatverdächtig

Wegen der Verletzungen, die der Mann bei dem Sturz erlitten hatte, kam er zunächst ins Krankenhaus. Die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung dauern an. Warum der 41-Jährige des Gedenkkranz zerstört haben könnte, ist derzeit noch nicht bekannt. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Vor dem Kranz und der 1989 eingeweihten Gedenktafel hatten das schwule Anti-Gewalt-Projekt Maneo, Vertreter:innen von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, des LSVD Berlin-Brandenburg und der GEW am Holocaust-Gedenktag ein stilles Gedenken abgehalten.

In Berlin kommt es immer wieder zu Sachbeschädigungen an Gedenkorten der LGBTI-Community. Besonders das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Berliner Tiergarten wurde immer wieder von Unbekannten beschmiert oder zerstört. Seit der Installation einer Videoüberwachung haben diese Vorfälle aber abgenommen.