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Studie zeigt: Gesetzliche Einschränkungen belasten Regenbogenfamilien

Wiener Psychologin wertet über 50 Studien zu diesem Thema aus

Symbolbild - Fotolia

Wie zufrieden Regenbogenfamilien mit ihrer Situation sind, hängt maßgeblich von den Gesetzen in jenem Land ab, in dem sie leben. Das zeigt eine Vergleichsstudie Wiener Forscherinnen, die nun mit dem Forschungspreis der Pride Biz Austria ausgezeichnet wurde.

Psychische Gesundheit leidet dort, wo der rechtliche Rahmen unsicher ist

So haben Magdalena Siegel vom Institut für Psychologie an der Universität Wien, Constanze Assenmacher, Nathalie Meuwly und Martina Zemp für ihre Vergleichsstudie 55 Forschungsarbeiten ausgewertet, die weltweit zu diesem Thema bereits erschienen sind.

Dabei interessierten sich die Forscherinnen besonders für die psychische Gesundheit der einzelnen Familienmitglieder. Und diese ist stark von den gesetzlichen Rahmenbedingungen abhängig: So würden sich Regenbogen-Eltern beispielsweise immer wieder die Frage stellen, ob sie wirklich Mutter und Vater seien, wenn ihnen der Staat dieses Recht abspreche.

Auch wenn das nicht-biologische Elternteil das gemeinsame Kind nicht adoptieren dürfe, sorge das in vielen Regenbogenfamilien für Angst vor der Zukunft, erklärt Magdalena Siegel: „Sie fragen sich: Was passiert sorgerechtlich, wenn sich die Eltern trennen, wenn ein Elternteil verstirbt. Der Partner oder die Partnerin hat dann kein Sorgerecht für das Kind, weil er legal wirklich eine fremde Person ist.“

Verbesserungen schlagen sich nur langsam in der Psyche der Betroffenen nieder

So hat die rechtliche Situation Auswirkungen auf das Verhältnis innerhalb der Regenbogenfamilien – auch nachdem sich die rechtliche Situation verbessert hat. So fühlten sich einer Studie der EU-Menschenrechtsagentur FRA zufolge im Jahr 2019 noch immer 40 Prozent der LGBTI-Community diskriminiert – trotz der Öffnung der Ehe wenige Monate zuvor.

„Das Hauptergebnis der Studie ist, dass die Gesetzeslage wirklich bis ins Innerste des Familiensystems eindringt, also es kann die Beziehungen der Familienmitglieder beeinflussen, es kann Gefühle der rechtmäßigen Elternschaft beeinflussen“, so Siegel gegenüber science.ORF.at.

Für ihre Arbeit bekamen die Forscherinnen den Pride Biz Forschungspreis

Die älteste der untersuchten Studien stammte aus der Mitte der 1990er Jahre, die neueste aus 2018. In einigen Ländern, in denen diese Arbeiten erschienen waren, sind gleichgeschlechtliche Beziehungen vollständig verboten, in anderen dürfen schwule und lesbische Paare keine Kinder adoptieren oder nicht heiraten.

Das Forschungsprojekt von Magdalena Siegel und ihren Kolleginnen ist eines von fünf Projekten, die mit dem Forschungspreis von Pride Biz Austria ausgezeichnet wurden. Pride Biz Austria ist der Verband zur Förderung der Inklusion sexueller Diversität in Wirtschaft und Arbeitswelt.

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